Jugendreferat

Jugendleiterausbildungen

Verschiedene

Grundausbildungen

Fels.Klettern.Natur – Franken

Text: Emma Herz

Ein toller Klettertag im Dezember an schönstem Kletterfels in Dögerode
Foto: Falco Bartus

Im Sommer durfte ich ganz spontan an einer Grundausbildung zur Jugendleiterin im Aktionsfeld - Fels.Klettern.Natur - in Franken teilnehmen, worüber ich mich sowieso schon unglaublich freute. Der Kurs war insgesamt voller positiver Eindrücke, und ich konnte sehr viel mitnehmen und lernen.

Mein persönliches Highlight war ein einfaches Spiel, dass man mit wenigen Mitteln bauen kann und mit dem man nicht nur Konzentration und Hilfsbereitschaft fördert, sondern aus einer wild zusammengewürfelten Gruppe eine Einheit bildet. Das Spiel in Kurzform - die kleinen Pinguin-Babys wollen zu ihrem Pinguin-Papa und müssen, um zu diesem zu gelangen, das Eisschollenmeer überwinden… *plopp :-)

Ich bin so dankbar, dass dies alles trotz der schwierigen Zeiten möglich war!!!

Fels.Klettern.Natur – Fränkische Schweiz

Text: Tom Biber

Wir waren lange unsicher, aber letztendlich konnten JP und ich uns unter einigen Hygieneauflagen zur Jugendleiterausbildung in der Fränkischen Schweiz mit 10 anderen Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland treffen.

Obwohl ich schon seit 2018 bei den Faultieren dabei bin, konnte ich noch einiges lernen. Gerade die Ansätze, die wir zur Gruppenpädagogik besprochen oder auch selbst erfahren haben, werden mir wohl noch länger im Gedächtnis bleiben. Vielleicht werde ich auch dem*der einen oder anderen Teilnehmer*in fortgeschrittene Klettertechniken nun besser vermitteln können.

Insgesamt war es eine lohnende Woche, die auch uns "Auszubildenden" mit einigen Erfolgen am Fels sicherlich in Erinnerung bleiben wird - obwohl der Anblick der Action Directe auch einige bleibende Eindrücke hinterließ.

Fels.Klettern.Natur – DAV Haus Hammer Fischbachau/ Bayerische Voralpen

Text: Steffen Täger

Brecherspitz mit Blick auf Schliersee
Foto: Steffen Täger

Die Grundausbildung gestaltet sich in jeder Gruppe dynamisch und durch Eigeninitiativen der Kursteilnehmer*innen und Ausbilder*innen sehr individuell. Unsere Gruppe hat viel über Jugendarbeit zusammen erarbeitet, Lehrmethoden und den Aufbau der JDAV, aber auch viel Zeit draußen verbracht mit Spielen, Klettern, Wandern und dem Erleben der Natur. Die Tage selbst waren daher auch sehr unterschiedlich. Nach dem Frühstück wurde meist Theorie in netter Runde besprochen und dann oft in Einzelgruppen aufgebrochen, um bestimmte Themen zu vertiefen und selbst vorzustellen. Ein Kurstag wurde vollständig beim Klettern und ein anderer bei einer Tageswanderung zur Brecherspitz (siehe Foto) genutzt. Diese Tour beinhaltete auch ein persönliches Highlight. Wir mussten vor der Tour die gesamte Tourenplanung mit Skizze, Verpflegung, Ausrüstung, Ausfallrouten etc. planen. Dieses Vorgehen öffnete mir die Augen für die Arbeit, die in solchen Touren steckt und die Leichtsinnigkeit, mit der ich teilweise bisher unterwegs war. Die Grundausbildung war extrem spannend, abwechslungsreich und wie jede andere bestimmt auch sehr empfehlenswert.

Aufbaumodule und Fortbildungen

Aufbaumodul Sportklettern Indoor 14.-18.10.2020

Text: Laila Meder

Mit den Kindern und Jugendlichen unserer Sektion sind wir nicht nur in der Natur in den Bergen unterwegs, sondern während der wöchentlichen Gruppenstunden primär beim Sportklettern oder Bouldern in der Halle. Vor diesem Hintergrund haben sich Emma und ich dazu entschlossen unsere Kenntnisse rund um das Sportklettern weiter auszubauen, um so den Kindern aus der Mädchenklettergruppe Sicherungs- und Klettertechniken noch besser beibringen zu können.

Für die Fortbildung „Aufbaumodul Sportklettern“ hatten wir für eine Fortbildung des JDAV Bundesverbandes eine ungewohnt kurze Anreise. Treffpunkt war im Herbst 2020 für vier Tage das DAV Kletterzentrum in Hannover. Die Indoor-Kletterbegeisterten Jugendleiter*innen aus dem Süden mussten zur Abwechslung mal den weiten Weg in den Norden auf sich nehmen. Erfreulicherweise konnte die Fortbildung zu diesem Zeitpunkt trotz Corona dank Hygienekonzept stattfinden.

Corona spielte uns in diesem Fall tatsächlich positiv in die Karten, denn als wir abends an der Hotelrezeption ankamen, wurden wir mit einem gratis Upgrade vom Hostel Mehrbettzimmer mit Etagendusche ins schöne 2er-Messehotel-Zimmer überrascht inkl. tollem vielseitigen Frühstück am Morgen. Wegen den Hygienevorschriften hatte das Hostel „leider“ geschlossen.

Die Namen unserer beiden Ausbilder hatten wir uns schnell gemerkt – einfach 2x Hannes (Hannes Boneberger und Johannes Altner). Für die restliche Gruppe gab es wie immer ein paar Kennenlernspielchen, wobei es dieses Mal mit diversen Aufwärmübungen und Gewichten richtig anstrengend wurde. Zu unserer Freude durften wir dann an Tag 1 ganz viel selbst klettern, was unsere Ausbilder (und wir gegenseitig) natürlich für eine erste Bestandsaufnahme des Kletter- und Sicherungskönnens der Gruppe nutzten. In den darauffolgenden Tagen lernten und übten wir u.a. für uns neue Sicherungstechniken wie die Sensor-Hand und beschäftigten uns mit verschiedensten Sicherungsgeräten und deren Gerätemechanik und -wirkung. Ziel ist es, dass wir uns innerhalb kürzester Zeit in neue Sicherungsgeräte hineindenken und diese bedienen können.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Simulation sämtlicher Bodensturzszenarien mit Toprope Hintersicherung. Auf diese Weise konnten wir selbst herausfinden, bei welcher Exe und in welcher Klippposition Bodensturz- und oder Kollisionsgefahr mit dem Sichernden besteht und welche Auswirkungen das Verhalten, das Gewicht, die Position und die Reaktion des Sichernden darauf hat. Ebenso haben wir uns die Sturzhöhe beim Auslassen einer Exe oder dem Ausbrechen einer Zwischensicherung angeschaut. Da hierbei viele Parameter zusammenspielen, möchte ich an dieser Stelle die Erkenntnisse unserer Studie nicht zusammenfassen. Eine Schulung besuchen lohnt sich!

Kleinere Themen wurden in der Gruppe als Inhalte für die Lehrübungen verteilt, sodass jeder einmal die Position der Gruppenleitung übernehmen musste, um dem Rest der Gruppe die geforderten Inhalte technisch korrekt und pädagogisch wertvoll zu vermitteln. Dadurch haben wir uns z.B. mit guter Tritttechnik und Schwungbein beschäftigt, aber auch unser Wissen zum Standplatzbau aufgefrischt und das Szenario der Seilverlängerung geübt, falls doch mal aus Versehen jemand ein zu kurzes Seil zum Klettern nutzt (was natürlich nie vorkommen sollte).

Am Ende des bestandenen Aufbaumoduls sind wir nun dazu berechtigt Toprope- und Vorstiegsscheine abzunehmen, egal ob Jugendliche oder Erwachsene. Was dabei zu beachten ist, haben wir selbstverständlich vorher aus unterschiedlichsten Blickwinkeln geübt. Jeder musste mal als Sichernder, Kletternder oder Beurteilender durch die Kletterscheinprüfung – immer unter den wachsamen Augen der beiden Hannes. Besonders lustig war, dass wir als Sichernder und Kletternder bewusst Fehler für die Jury einbauen durften, z.B. offener Klettergurt, verdrehtes Klippen oder kein Knoten im Seilende. Absichtliches besonders bescheuertes Klippen führte dann zu teils abstrusen Kletterbewegungen. Solche Auffälligkeiten wurde im Anschluss besprochen und welche Auswirkungen dies auf das Bestehen der Kletterscheinprüfung hätte. Dabei war dann konstruktives und zielgruppengerechtes Feedbackgeben gefragt.

Die ganzen neuen Erkenntnisse warten jetzt nur darauf weitergegeben zu werden. Wir sind also bestens gerüstet für das nächste Training an der Kunstwand, sobald die Kontaktbeschränkungen es wieder zulassen.

Fortbildung – Mehrtagestouren – Mehrere Tagestouren

Text: Clara Hübner und Sonja Eilrich

Aussicht vom Jenner
Foto: Clara Hübner

Clara und ich haben uns dieses Jahr einen guten Zeitpunkt für unsere Fortbildung ausgesucht! – Trotz Corona konnte sie vom 25. bis zum 28. Juni 2020 in Berchtesgaden stattfinden. Auch, wenn aus „Mehrtagestouren“ mehrere Tagestouren wurden, haben wir es sehr genossen, mal raus und vor allem in die Berge zu kommen.

Unsere Unterkunft war die Jugendherberge in Berchtesgaden und vom Balkon unseres Zimmers hatten wir einen tollen Blick auf den Watzmann.

In zwei Kleingruppen durften wir uns für die ersten beiden Tage jeweils eine eigene Tour raussuchen und planen. Am Freitag ging es für unsere Gruppe auf den Jenner. Die vielen Touristen haben uns zwar gestört, aber die Aussicht auf den Königssee und den Watzmann hat sich dennoch gelohnt. Unterwegs haben wir gemeinsam einige Geocashes gesucht (und gefunden!).

Für den Samstag haben wir uns eine deutlich härtere Tour vorgenommen; von der Engert-Holzstube bei Hintersee über den Schaflsteig durch die Maybergscharte (Klettersteig zwischen Mühlsturzhorn und Wagendrischelhorn) und dann schließlich über den Böslsteig wieder zurück nach Hintersee.

Die Tour hat uns einige tolle Ausblicke beschert und sich deshalb auf jeden Fall gelohnt, weshalb wir natürlich auch einen Steinbeisser-Sticker hinterlassen mussten. Auch, wenn vor allem der Abstieg am Ende recht beschwerlich war. Aber was erwartet man auch nach circa 8h Gehzeit und etwa 1.800 Höhenmetern.

Anschließend haben wir uns am Hintersee erfrischt und dort den anderen Teil der Gruppe getroffen. Dann sind wir gemeinsam lecker essen gegangen. Abends gab es noch ein spektakuläres Gewitter, welches wir vom Balkon aus beobachtet haben.

Steinbeisser-Sticker in der Mayrbergscharte
Foto: Clara Hübner

Der letzte Tag (Sonntag) diente eher zur Reflexion der Fortbildung, deshalb haben wir gemeinsam in der großen Gruppe nur eine kürzere Wanderung auf den Hirschkaser mit einigen Pausen gemacht. Da es für uns zu spät war, am selben Tag noch nach Braunschweig, bzw. Osnabrück zurückzufahren, sind wir noch eine weitere Nacht geblieben und haben uns nach Schönau bringen lassen, um den Tag am Königssee ausklingen zu lassen.

Nachdem wir nach einigem Suchen im Malerwinkel endlich einen freien Platz gefunden hatten, haben wir erstmal ein erfrischendes Bad genommen, um der Hitze zu entkommen. Später sind wir dann noch ein paar Buchten weitergezogen und haben einen entspannten Nachmittag verbracht. Hätten wir gewusst, wie anstrengend der Rückweg wird, wären wir bestimmt nicht so entspannt gewesen. Wir haben zum einen die Strecke unterschätzt und zum anderen so ungefähr den größtmöglichen Umweg genommen, weil wir wohl an irgendeiner Stelle dachten, abbiegen wäre eine gute Idee. War es nicht.

Nach gefühlten 3 Stunden mit bedrohlich näher kommenden Gewitterwolken aus allen Richtungen, sind wir irgendwann mit schmerzenden Füßen im Dunklen an der Jugendherberge angekommen und waren definitiv nicht mehr entspannt.

Eine tolle Zeit in den Bergen ging trotz der besonderen Umstände viel zu schnell vorbei.

Fortbildung - Mobile Seilaufbauten - Spannen was das Zeug hält

Text: Benno Seydel

Bei meiner Fortbildung habe ich mit einigen anderen Jugendleiter*innen verschiedene mobile Seilaufbauten gebaut. Wir haben dabei grundlegende Spanntechniken von Seilen und Gurten gelernt.

Nachdem die Grundlagen saßen, konnten wir unserer Kreativität freien Lauf lassen und die verrücktesten Elemente bauen, allerdings erstmal nur in Absprunghöhe.

Akrobatic auf dem Pampers Pole
Foto: Benno Seydel

So entstand ein sehr interessanter Parkour, unter anderem mit einer Leiter zum Hangeln, Baumstämmen zum Balancieren, einer Hängebrücke und verschiedene Slacklines mit unterschiedlichen Hilfsmitteln zum Überqueren. Als Höhepunkt der Fortbildung haben wir einen Mega Swing und einen Pampers Pole gebaut. Beim Pampers Pole ist es die Aufgabe einen Baumstamm, der mit Steighilfen versehen ist, hinaufzuklettern und sich obendrauf hinzustellen.

Am Ende folgt der Sprung in die Tiefe. Was bei einer Fortbildung mit mobilen Seilaufbauten natürlich nicht fehlen darf, ist eine Schluchtüberquerung. Wärend man bei der luxuriösen Variante elegant hinüberlaufen kann, ist es bei der Variante, die man aus nur einem Seil bauen kann, etwas komplizierter hinüber zu gelangen. Aber auch das kann man schaffen.

Aufbaumodul Bergsteigen

Text: Wiebke Fleck und Marco Fleck

Das Aufbaumodul Bergsteigen fand dieses Jahr im Lechtal, rund um die Hanauer Hütte statt. Wie es der Zufall manchmal so will, sind wir einem ehemaligen Trainer der Jugend aus Braunschweig auf der Hütte begegnet. Ein Wiedersehen in den Bergen ist doch immer etwas Besonderes.

Hanauer Hütte
Foto: Wiebke Fleck

Die erste Tour führte uns auf die Parzinnspitze mit Kletterstellen im Grad II. Während jedes Gruppenmitglied die Gruppe ein Stück führte, wurden unsere Fähigkeiten der Tourenplanung und - einhaltung, unsere Orientierung im Gelände, unsere Einschätzung der Situation am Felsen, unsere Wetterbeobachtungen und unsere Führungstechniken von den Teamer*innen genau beobachtet.

Die Rückmeldungen der Teamer*innen und auch die Erfahrung, eine Gruppe durch anspruchsvolles Gelände zu leiten und andere in der Leitung zu erleben, war sehr lehrreich.

Die Hauner Hütte bietet neben verschiedenen Gipfelzielen, auch mehrere Klettersteige und Kletterrouten und Weitwanderwege. Während die Dremelspitze vor Maskierungen kaum noch zu sehen ist, erfordert die Parzinnspitze viel Orientierung im Gelände ab.

In den kommenden Tagen schickten die Teamer*innen uns in wegloses Gelände. Ab dem Punkt war die Tourenplanung wirklich spannend.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 26. März 2021