Skigruppe

Langlauf in Norwegen

Zum dritten Mal Fjellhotel Venabu

Astrid Oberthür
Blick vom Fjellhotel Venabu in das Loipengebiet mit unendlicher Weite
Foto: Jon Petersen

Corona war zwar schon im Gespräch, aber irgendwie noch in weiter Ferne. Also gingen am 1. März neun Norwegenbegeisterte der Skigruppe mit dem Reiseunternehmen Sausewind auf die geplante Reise, die unser ehemaliger Gruppenleiter Helmut Hielscher zum neunten Mal organisiert hatte. Wie eine ganze Reihe anderer aus der Skigruppe, konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Daher war die Gruppe von sonst weit über 20 Teilnehmern auf neun "geschrumpft". Zum dritten Mal hieß unser Ziel Fjellhotel Venabu, auf 930 Meter Höhe gelegen, wenige Kilometer südlich des Rondane Nationalparks. Um es vorweg zu nehmen, zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, dass die Corona-Entwicklung in Europa galoppierte, und wir am Freitag, 13. März bei unserer Rückreise großes Glück haben sollten, mit der letzten Fähre aus Oslo nach Deutschland zu kommen. Denn genau an diesem Tag machte Norwegen die Grenzen dicht.

Die eine Hälfte der Gruppe am Knotenpunkt. Eine Karte brauchte man nicht!
Foto: Jon Petersen

Kein Wunder, dass wir auf unserem Fjell an den neun Skitagen von all dem nichts mitbekamen. Wir waren einfach in einer anderen, wunderbaren Winterwelt, kein deutscher TV-Sender, keine Zeitungen und ihren Laptop nutzte unsere Tourenplanerin Ursula Bilitewski hauptsächlich dafür, morgens danach zu schauen, welche Loipen schon gespurt waren oder wo das Gerät gerade fuhr. Denn auf Tour ging es jeden Tag - aber nicht ohne die Aufwärmgymastik von Ingrid Petersen!

Ursula in der Endlos-Loipe
Foto: Jon Petersen

Bei super Schneeverhältnissen, über ein Meter hoch. Völlig unproblematisch - nicht nur für die "Schuppis"- zeigte das Thermometer tagsüber fast immer 5 bis 8 Grad minus. Dabei verwöhnte uns die Sonne an fünf Tagen. Etwas Tauwetter gab es an einem Tag, an einem anderen Schneetreiben mit starkem Wind oder auch mal Bewölkung mit nicht so guter  Sicht. Auf dem Venabygdsfjellet ist das jedoch kein Grund "hinterm Ofen" zu bleiben. Dann geht man eben nicht aufs offene Fjell in die Höhe, sondern bleibt in dem großen mit den typischen Birken bewachsenen Gelände. Die 120 Kilometer gut gekennzeichneten und präparierten Skiloipen hat in unserer Gruppe sicher nur einer komplett geschafft: Karl Klinge, durchtrainierter Sportlehrer i.R., der zum ersten Mal in Norwegen dabei war.

Tangomusik mit Eisbeutel auf  dem Knie - Christiane und  Rolf spielen auf!
oto: Astrid Oberthür

Leider war unser vierter, traumhaft sonniger Skitag für Christiane Schweitzer-Mehlhase und damit auch für uns ein großer Unglückstag. Sie stürzte nach einer Abfahrt in einer aufgewühlten Skispur so unglücklich, dass ihr Knie sehr schwer verletzt wurde, wie sich später in Deutschland herausstellte. Die tapfere Physiotherapeutin blieb nach ärztlicher Rücksprache trotzdem bis zum Urlaubsende bei uns und machte sogar an zwei Abenden gemeinsam mit ihrem Mann Rainer für uns Livemusik oder begleitete den (Hotel-) Mann am Klavier mit Gesang. So sorgte sie mit Musik und großer Zuversicht für gute Stimmung. Unglaublich!

Sonnen Birken Schneehauben
Foto: Jon Petersen

Ja, und dann gab es noch besondere Angebote des Hotels: das große Vergnügen einer Hundeschlittenfahrt gönnten sich Martina und Rolf Jedanowski, unsere Skifreunde aus Mannheim. Yoga- oder Meditationsstunden führten zu unserer großen Überraschung, aber professionell und mit viel Spaß, junge Damen vom Servicepersonal durch. Der Skilehrer und Tourenbegleiter des Hauses war gleichzeitig perfekter Masseur, der Schulterverspannungen einfach wegzauberte.

Norge Buffet
Foto: Jon Petersen

Fast hätte ich das Wichtigste vergessen: das Essen ist auch nach sechs Jahren unverändert sehr gut: traditionell norwegische Küche mit viel Fisch, Gemüse und Rohkost auf dem Frühstücks- und Abendbuffet. (Fleisch natürlich auch). Einmal in der Woche gibt es den absoluten kulinarischen Höhepunkt am Abend mit interessanten Spezialitäten aus der Region. Das war gleichzeitig unser Abschiedsabend von Venabu...vielleicht nicht zum letzten Mal!?

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 16. Mai 2020