Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 4/2017
Hochtourengruppe

Winterwanderungen im Spätsommer

Zwei reizvolle Reisetipps

Jens Köhler
Ralf, Jaime, Jens, Birgit, Ronald, Holger, Kathrin und Christine vor der Hauerseehütte.
Foto: Jens Köhler

Vom 02. bis 08. September 2017 waren Holger Blume, Christine Freywald, Ralf Hartzsch, Jaime Hernandez, Jens Köhler, Birgit Lehmann, Kathrin Müller und Ronald Scheffler auf dem Geigenkamm unterwegs, um nach fünf Tagen auf der Strecke Tanz-Alm, Erlanger Hütte, Frischmannhütte, Hauerseehütte und Rüsselsheimer Hütte das sektionseigene Domizil am Karleskopf zu erreichen.

Wesentlich erschwert wurde dieses Vorhaben durch einen gewaltigen Wintereinbruch, der in den Hochlagen des Geigenkamms teilweise einen halben Meter Neuschnee brachte. Harmlose Bergpfade wurden zu sehr anstrengenden Unternehmungen, und am Ende blieben nur Birgit und Jens übrig, die die Schlussetappe auf dem Mainzer Höhenweg wagten. Insbesondere Jens hatte noch die Blockgerölletappe vom Vortag in Erinnerung, als die schon auf fünf Teilnehmer geschrumpfte Gruppe zwischen Luibisscharte und Sandjoch für 1 km Luftline 11-3/4h benötigte! Aber das Wagnis lohnte sich.

Das Rheinland-Pfalz-Biwak auf einem der Wege zur Braunschweiger Hütte
Foto: Jens Köhler

Durch eine beeindruckende Hochgebirgslandschaft kamen die beiden in guter Zeit zum orangenen Rheinland-Pfalz-Biwak auf dem Wassertalkopf, wo bei makellos blauem Himmel ein tolles Panorama in allen Richtungen wartete. Um 18 Uhr wurden beide an der Braunschweiger Hütte freudig begrüßt. Am nächsten Tag konnten alle acht gemeinsam mit vielen anderen Sektionsfreunden ein rauschendes Hüttenfest feiern.

Eine weitere schneereiche Tourenwoche erlebten Stefan Weinert, Kathrin Müller und Jens Köhler vom 24. bis 30.September 2017, diesmal in den bayerischen Alpen am Königsee. Ohne Maschinenhilfe (also Boot) umrundeten die drei den See und übernachteten dabei auf dem Carl-von-Stahl-Haus, auf der Wasser-Alm, am Funtensee und auf der Kühroint-Alm.

Kathrin, Jens und Stefan auf dem Sommerstein
Foto: Stefan Weinert

Die Überschreitung des Schneibsteins, Berchtesgadens leichtestem 2000er, wurde bei geschlossener Altschneedecke zu einem kleinen Abenteuer, und insbesondere Kathrin und Jens konnten die Erfahrungen aus dem Pitztal gut einbringen. Die gesteckten Gipfelziele – Großes Teufelshorn, Funtenseetauern - waren leider nicht drin, es lag zu viel Schnee, aber mit dem Kleinen Teufelshorn, Sommerstein, Viehkogel und Kleinem Watzmann waren immer noch vier 2000er dabei, die bei dem schönen Tourenwetter auch sehr viel Aussicht brachten.

Aber auch die Geselligkeit kam auf den Hütten nicht zu kurz, die drei trafen stets andere Wanderer, die interessante Geschichten zu erzählen hatten. Ein Wermutstropfen aber bleibt, denn der Initiator dieser Wanderwoche, Michael Krech, blieb mit gerissenem Kreuzband verletzt in Braunschweig. Michael, wir haben Dich würdig vertreten, aber vermisst haben wir Dich trotzdem!

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 17. November 2017