Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 4/2017
Skigruppe

Radtour der Skigruppe im Norden der Niederlande

vom 23. bis 30. September 2017

Brigitta Aselmeier

Unser Schiff „Lena-Maria“
Foto: Brigitta Aselmeier

Gute Ergebnisse erfordern gute Vorbereitung. Damit hat FischerTours jedoch wie immer keine Probleme. Bereits Ende 2016 wurde in der Skigruppe über eine Tour „Boat and Bike“ durch den Norden der Niederlande im Jahr 2017 nachgedacht und mit den Planungen begonnen. Es gelang wieder, die „Lena-Maria“ zu buchen.

Am Samstag, 23. September fanden sich dann die Teilnehmer der Fahrt mit ihren Fahrrädern pünktlich am ZOB Braunschweig ein. Nach dem zügigen Verladen der Räder und des Gepäcks ging es auch gleich los nach Amsterdam. Dort wartete der bestellte Guide Marcel, der uns freundlich in Empfang nahm und nach einer kurzen Begrüßung bei Kaffee und Kuchen sofort mit uns losradelte.

Zur Einstimmung eine kurze, etwa 7 km lange Strecke durch Amsterdam. Trotz der Vielzahl der „Fietser“ kamen wir ganz gut durch die mit Leben erfüllte Stadt zur kostenfreien Fähre. Am Abend wurden wir von der Küchenmannschaft, Koch Lars und Matrosin Robin, mit einem abendlichen 3-Gang-Menue belohnt.

Nach der ersten Nacht gab es nicht nur ein sehr gutes Frühstück, sondern auch Nebel, der sich leider nicht, wie gehofft, lichtete. Also stiegen wir etwas später auf unsere Räder und versuchten das Tagesziel Hoorn zu erreichen. Nach dem turbulenten Amsterdam ging es durch die ruhige Region Waterland, ein mit Gräben durchzogenes Gebiet mit vereinzelten Gehöften. Leider verhinderte der Nebel eine weite Sicht, aber Wasservögel wie Graureiher und Blesshühner säumten unseren Weg, ohne sich von uns stören zu lassen. Die Graureiher standen so still, als hofften sie, durch ihren Starrstand nicht gesehen zu werden. Auf den Wiesen sammelten sich bereits die ersten Graugänse vor ihrem Flug in wärmere Gefilde.

Gegen Mittag erreichten wir Monnickendam, nahmen unser mitgebrachtes Brot zu uns und fuhren dann nach Volendam, einem bekannten Touristenort, weiter. Wir hatten zwar gerade gespeist, aber ein Matjes passt immer noch rein. Ungewöhnlich, diesen ohne Brötchen zu essen, aber er schmeckte vorzüglich. Marcel teilte uns nun mit, dass unser Schiff wegen Nebels nicht ablegen konnte und wir daher nach Amsterdam zurückkehren würden.

Auf dem Käsemarkt in Edam erklärte unser Guide, dass der Edamer im Vergleich zum Gouda an einer kleineren Kugel zu erkennen sei. Wegen der Umkehr nach Amsterdam sollte es von Purmerend mit dem Zug nach Amsterdam gehen.

Kurz vor Purmerend wollte jedoch niemand mehr mit dem Zug fahren. So ging es weiter über Ilpendam am Kanal entlang nach Amsterdam, so dass wir gute 57 km auf dem Tachometer stehen hatten.

Am Montag konnten wir, da sich der Nebel gelichtet hatte, unsere Radtour nach Wormerveer starten. Wieder durch die Region Waterland vorbei an einzelnen Gehöften. Die Bauern verschaffen sich durch den Verkauf ihrer Erzeugnisse oder von Kaffee und Kuchen einen Nebenverdienst.

Die Torfschicht in moorigen Gebieten kann hier eine Mächtigkeit von 15 m erreichen. Um Schädlinge im Boden zu bekämpfen, werden die Wiesen geflutet. Unser Mittagsmahl nahmen wir auf dem Marktplatz in Pumerend ein und fuhren dann weiter durch eine schöne lange Allee zum Freilichtmuseum nach Zaandam.

Alkmaar am Abend
Foto: Brigitta Aselmeier

Nach der Besichtigung einer Mühle, Pflichtprogramm in den Niederlanden, Holland sind übrigens nur die Provinzen zwischen Nordsee, Ijsellmeer und Rotterdam und einer Schlendertour durch den Käseladen – muss ebenfalls sein - fuhren wir weiter durch das Polderland nach Wormerveer, das wir nach 46 Tageskilometern erreichten. Von hier aus gemütlich mit dem Schiff nach Alkmaar.

Nach dem Abendmenue führte uns Marcel durch die Stadt mit ihren kleinen Gassen und deren Geschichte.

Von Alkmaar ging es in die „Berge“, wie der Guide am Vorabend erzählte, nach Bergen aan Zee mit Dünen bis 63 m Höhe, daher also. Als wir nach dem kleinen Ort die Nordsee erreichten, ließen es sich Marcel und Heinz Baaske nicht nehmen, sich darin „abzukühlen“. Nach Durchquerung der Schoorlse Duinen erreichten wir in Pletten einen kleinen Imbiss, an dem wir uns „Kibbelinge“ und den Matjes gut munden liessen. Die „Lena Maria“ nahm uns nach 36 km bei St. Maartenvlotbrug wieder auf. Der ein oder andere Hartgesottene nahm die letzten 30 km nach Den Helder mit dem Rad auch noch in Angriff.

Am Mittwoch fuhren wir wegen des dichten Nebels mit der Fähre nach Texel, der größten und westlichsten der nordfriesischen Inseln, hinüber. Nach der Ankunft dort, ging es erst zu einem Aussichtspunkt, von dem wir gut Vögel beobachten konnten, dann weiter zu einem Tulpenhof, auf dem wir einiges über die Tulpenzucht erfuhren.

Durch das Hoornder Nieuwland - Rast
Foto: Brigitta Aselmeier:

Durch das Hoornder Nieuwland kamen wir auf wunderschönen Radwegen durch Waldgebiet zu der Seehundauffangstation Ecomare. Hier gab es nicht nur Seehunde, sondern auch Schweinswale und andere Meeres- und Landbewohner zu bestaunen. Noch schnell in der Inselhauptstadt Den Burg ein Eis geschleckt und dann zwischen Wiesen, auf denen mehr Schafe als Kühe zu sehen waren, zurück zur Fähre. Eine schöne Radtour war nach 38 Radkilometern vorbei.

Wie im Herbst nicht anders zu erwarten, wurden wir am Donnerstag vom Regen begrüßt. Also nach dem Frühstück die Regensachen an und zunächst einmal das in der Nähe liegende Feuerwehrschiff „Texel“ besichtigt. Das war ein guter Plan, denn nach der Besichtigung wurde die Regenkleidung wieder abgelegt und der größte Teil der Gruppe fuhr etwa 40 km in unmittelbarer Nähe der Küste von Den Helder nach Den Oever. Ein kleiner Teil der Gruppe genoss einen Tag Erholung auf See und leistete den beiden „Invaliden“ an Bord Gesellschaft.

Am Freitag wurde uns die letzte Möglichkeit, Nordholland mit dem Rad zu erkunden, vom Nebel genommen. Die Lena-Maria fuhr bei 1.000 m Sicht über das Ijsselmeer nach Enkhuisen. Während der Fahrt wurde in kleinen Gruppen der Arbeitsplatz des Kapitäns besichtigt.

Am Nachmittag endlich der von allen gewünschte Ausflug – allerdings wegen der knappen Zeit per Bahn - nach Hoorn. Zu Fuß erkundeten wir die geschichtsträchtige im 12. Jahrhundert gegründete Stadt. Sie ist Namensträger für die am Ende Südamerikas gelegene Landspitze Kap Hoorn. Am Abend rundete eine Stadtführung in Enkhuisen den Tag ab.

Alles hat ein Ende und am Samstag hieß es Abschied nehmen. Abschied von Nordholland, Abschied von der „Lena-Maria“, Abschied von Lars, Robin und Marcel. Es war eine schöne Woche voller schöner Eindrücke und Erlebnisse. Für die perfekt organisierte Sorglosreise sagen wir, die Mitfahrer, unseren herzlichen Dank an Hermann Fischer und freuen uns auf die nächste Reise mit Fischer-Tours.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 17. November 2017