Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 4/2017
Allgemein

Jubiläumsfeier 125 Jahre Braunschweiger Hütte

Ein Rückblick

Armin Rogge
Foto: Dieter Heitefuß

Nach wochenlanger Vorbereitungszeit sollte im September das “Projekt“ Jubiläumsfeier zum 125jährigen Bestehen der Braunschweiger Hütte starten. Unser Jubi-Team (Anne Herda, Christine Freywald, Norbert Decker, Günter Gehrke, Sigbert Goebel, Armin Rogge) hatte sich viele Gedanken gemacht, Vorschläge zu Papier gebracht, Ideen entwickelt und teils wieder verworfen. Da noch einige Arbeiten in der Hütte zu erledigen waren, starteten einige Tage vorher vier Hüttentechniker ins Pitztal.

Leider ereilten mich fast täglich Absagen von Angemeldeten. Am Ende waren es 40 Gäste weniger. Ehrlich gesagt, war ich da schon sehr betrübt. Es sollte aber mit “schlechten Nachrichten“ weitergehen. Aufgrund des anhaltend schlechten Wetters mit Nebel, Regen und Schnee haben wir beschlossen, die geplante Bergandacht auf dem Karleskopf in die Hütte zu verlegen. Dann am Freitag: Absage des Pfarrers aus dem Tal; er ist erkrankt. Absage der Musikkapelle St. Leonhard; sie mussten beim vorgezogenen Almabtrieb aufspielen. Was kommt jetzt noch??? Zum Glück nur weiterhin schlechtes Wetter; für die ankommenden Gäste nicht so schön.

Ehrung der Pächter Melanie und Stefan Neurauter
Foto: Dieter Heitefuß

Am Samstag hatte unsere Dompredigerin Cornelia Götz die Aufgabe, die Hüttenandacht alleine zu gestalten. Schon Wochen zuvor hatte sie mir ihre Zusage gegeben, obwohl sie mit ihrem Mann im Urlaub weilte; sie zweigten zwei Tage für uns ab! Frau Götz saß in einer Ecke der Gaststube und schrieb die Andacht kurzerhand um. Mit Unterstützung ihres Mannes wurde ein Kanon gesungen und am Ende der Andacht sogar noch das Hüttenlied. Jens Köhler hat es neu vertont; mit Anne Herda, Christine Freywald und Sigbert Goebel zuvor eingeübt. Das war schon mal sehr gut gelungen. Im weiteren Verlauf des Tages hat Norbert Decker in der Zirbenstube eine Videoschleife zur Hüttengeschichte und vergangenen Arbeitseinsätzen gezeigt. In der kleinen Gaststube präsentierte Sigbert Goebel ein Video von der Generalsanierung 2009 - 2011. Vom Keller bis zum Dachgeschoss gaben Hüttenführungen einen Einblick in das umfangreiche Innenleben einer alpinen Unterkunft.

Die Musik spielt auf
Foto: Dieter Heitefuß

Am Nachmittag, die letzten Gäste waren eingetroffen, sprach unsere 1. Vorsitzende Emel Herrmann in ihrer Begrüßungsrede allen Anwesenden ihren Dank aus und lud das Vorbereitungsteam zu einem Essen ein. In der Funktion des Hüttenwartes habe ich dann den weiteren Verlauf moderiert.

Grußworte von Günter Manstorfer als Vertreter des DAV München, Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Bürgermeister Elmar Haid aus St. Leonhard zeigten uns, wie verbunden alle mit der Braunschweiger Hütte sind.

Dieter Heitefuß übergab ein Geschenk an Melanie und Stefan Neurauter. Ein Luftbild Braunschweigs; er ist für solche Fotos bekannt; sehen wir sie doch immer wieder in der Braunschweiger Zeitung und seinen Büchern. Zu den Gästen zählten auch drei Bezirksbürgermeister aus Braunschweig. Carsten Degering-Hielscher, Frank Flake und Berndt Schulze hatten sich recht früh für den Besuch angemeldet. Super Idee!

Super Stimmung
Foto: Dieter Heitefuß

Zum Abschluss der Reden vermittelte ich einen kleinen Einblick in 125 Jahre Hüttengeschichte. Bei den Jubiläumsvorbereitungen hatte ich in diversen Quellen erwähnenswerte Dinge gefunden, die mich Stunden und Tage fesselten. Derzeit schreibe ich die wichtigsten Geschichten auf, damit sie für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Am Ende meines Redebeitrages konnte ich es mir nicht verkneifen, einen Hinweis auf den Kapellenfreundeskreis zu geben. Ein Modell unserer Idee stand als Spendendose vor dem Kamin. Dank an alle Spender / innen.

Gemeinsamer Abendsport
Foto: Dieter Heitefuß

Zwischenzeitlich traf dann, wie verabredet, das Duo Leni & Werner ein. War ich froh, dass wenigstens das klappte! Mit Gitarre und Akkordeon (Schifferklavier) spielten sie auf; untermalten die vielfältigsten Gespräche in der Gaststube.

Mit dem Dreigang-Menue zum Abendessen hat die Küchencrew wieder einmal ihr geniales Können unter Beweis gestellt. Alle waren total begeistert, was auf einer Berghütte in 2759 Metern so gezaubert wird. In diesem Zusammenhang ist Stefan und Melanie großer Dank zu sagen. Auch sie haben sich mit ihrem Team umfassend auf die Feier vorbereitet. Alles war zu unserer vollsten Zufriedenheit organisiert.

Polonaise aus der Küche
Foto: Dieter Heitefuß

Ein Sprichwort sagt, mit Musik geht alles besser; stimmt, denn Leni und Werner verstanden es brillant, uns stimmungsmäßig aus der Reserve zu locken. Angeführt von unserem textsicheren Oberbürgermeister wurde zu allen Liedern kräftig mitgesungen und getanzt. Eine atemberaubende Stimmung erfüllte die Gaststube. Einige Gäste standen auf den Bänken und begleiteten klatschenderweise die Tänzerinnen und Tänzer; eine Polonaise führte uns über den Flur bis in die Küche!

Gegen 23 Uhr gingen wir nach einer wunderbaren Feier zur verdienten Hüttenruhe über. Am Sonntag trafen sich alle zum ausgiebigen Frühstück. Da der Schneefall wieder einsetzte, wurde der Abstieg ins Tal recht schnell in Angriff genommen; alle sind sicher angekommen.

Polonaise
Foto: Dieter Heitefuß

Oberbürgermeister Ulrich Markurth stieß bei Bürgermeister Haid auf offene Ohren, als er anregte, nun endlich nach 125 Jahren eine Art Städtefreundschaft auf den Weg zu bringen. Da bleibe ich am Ball.

Dompredigerin Cornelia Götz war von der Idee des Kapellenbaus so angetan, dass sie spontan vorschlug, die bunten Buchstaben zum Reformationsjubiläum zu verkaufen. Sie hängen derzeit im Braunschweiger Dom. Der Erlös soll für den Kapellenbau gespendet werden. (Siehe auch hier)

Die alte Wasserleitung wird eingeholt
Foto: Dieter Heitefuß

Nun noch ein paar Worte zum Arbeitseinsatz. Der Mietwagen war bis unters Dach vollgeladen mit Werkzeug, Materialien und Gepäck. An der Talstation der Seilbahn angekommen, hatten wir den Beginn des Wasserfallweges (E 5) sehr auffällig mit Farbhinweisen auf den Felsen markiert. Es wurde mir immer wieder berichtet, dass dort die Wanderer fälschlicher- und verbotenerweise auf dem Notweg aufsteigen, weil der Wegbeginn nicht klar ersichtlich wäre. Durch Murenabgänge ist es lebensgefährlich diese Variante zu nutzen. Diverse Elektro- und Holzarbeiten als Reparatur oder Verschönerung waren in Angriff zu nehmen. Schimmelbeseitigung in den Duschen, Malerarbeiten und das Einholen einer nicht mehr genutzten Wasserleitung im Geröll erledigten wir. In der Küche galt es, Schubladen aus Nirostastahl zu reparieren; weil wir dies vorher nicht wussten, musste vom Baumarkt aus Imst eine Popnietzange mit Zubehör besorgt werden. Am Sonntag haben wir dann noch das Geschenk aus München, einen Flyerständer, montiert. Nun liegt die Hütte seit Ende September wieder im Winterschlaf. Die zum Jubiläum gedruckten Sonderhefte liegen in der Geschäftsstelle bzw. bei SFU zur Abholung bereit.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 17. November 2017