Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2017
Jugendgruppe

Saxn mal anders – wir haben überlebt!

Ein Bericht der Jugendgrupe 'Steinbeisser'

Micha Sieder & Thorsten Henszelewski
Unser boofiges Wohnzimmer
Foto: Thorsten Henszelewski

Wie in den letzten Sektionsnachrichten bereits angedeutet, stand im Winter 2017 eine recht „wilde Saxn-Tour“ an, für die Micha Mitte Januar mit seinem 3-Seasons-Schlafsack bei knackigsten Minustemperaturen die fett verschneite Boofe an der „Abgetrennten Wand“ im Elbsandsteingebirge auf Steinbeissertauglichkeit checkte. Er befand sie für würdig, eine Woche später 5 Steinbeisser aufzunehmen.

So der Plan, weil… erst am Freitag, dem geplanten Tag der Anreise, konnte der stark grippege schwächte Micha halbwegs grünes Licht geben für die bisher frostigste Aktion, welche die SB’s bis dato erleben sollten. So machten sich die von der Grippewelle verschonten SB’s Tanja, Jule, Lena, Tim und Benno mit Thorsten und Micha Freitagabend auf ins sächsische Gohrisch. Dort entzündeten wir unsere Fackeln und Stirnlampen und die Wegfindung wurde nur durch einen vorbeitrabenden Boofenbären gestört :-(. Wohlweislich hatten wir eine Riesenschneeschaufel geschultert, um unser um Mitternacht erreichtes „Wohnzimmer“ vom Tiefschnee zu befreien, danach unser Lager vorzube reiten und dabei Bennos Antarktisschlafsack zu bestaunen. Trotz vorheriger Abfrage der Tempera turbereiche der Schlafsäcke der SB’s staunten wir Trainer darüber hinaus aber auch über einige hervorgezauberte Modelle, welche bei den zu erwartenden max. - 10° Celsius munteres Zähneklap pern nicht hätten verhindern können. Zum Glück hatte Thorsten noch Reserveschlafsäcke parat; während sich Micha, der diese Nacht in seinem Zustand wohl draußen nicht überlebt hätte, wieder ins Tal zu unserer Rückzugsherberge begab. So gewappnet konnten alle SB’s die sternenklare Nacht richtig genießen; und gut gelaunt genossen wir am Samstag auch unser gemeinsames Frühstück im Warmen.

Erste Abseillänge vom Papst
Foto: Micha Sieder

Nun hieß es, dem Gipfel „Papst“ eine Winterbesteigung abzuringen, und diese gestaltete sich auf grund der Unmassen an Schnee schwieriger als gedacht. Grippe-Micha liess Thorsten den Vortritt, welcher auch motiviert anfing, sich den Weg zum Gipfel zu graben. Lena als tapfer Sichernde ver wandelte sich zusehends in eine Schneefrau. Micha entschied sich aufgrund der fortschreitenden Zeit zu einem parallelen alternativen Aufstieg, und die Exponiertheit des Gipfels liess den eisigen Wind umso mehr um die mutigen Steinbeisser fegen. Mit zusehend klammen Fingern verewigten wir unsere Winterbegehung im Gipfelbuch und können nun mit Stolz behaupten, zu den wenigen Halb wilden zu gehören, die eine derartige „Tortur“ (erfolgreich) auf sich genommen haben.

Die Abseilaktion zerrte nochmal leicht an unseren Nerven, weil nicht nur Thorsten langsam blau anlief, Micha die erste Abseillänge nach Abbau des Standes solo abklettern / -rutschen musste und Jules Haar sich klassisch in der Abseilacht verfing. Aber irgendwie gehört das doch alles dazu, oder?

SB-Helden vor grandioser Hunskirche
Foto: Micha Sieder

Bei der abschließenden Überquerung des Gohrischer Felsmassivs wurde uns auch wieder ordentlich warm, und eine uns im tollen Felslabyrinth „entgegeneiernde“ Gruppe von offensichtlichen Couch Potatos führte uns vor Augen, was für eine tolle Leistung wir an diesem Tage vollbracht hatten.

Abends war es herrlich für uns Trainer anzusehen, wie die SB’s gemeinsam ein tolles 3-Gänge-Menü hinzauberten und dieses auch restlos verputzten.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der tollen Boulderhalle „Mandala“ in DD, bevor wir schlapp und zufrieden die staufreie Rückfahrt nach BS antraten. Yes- we did it!

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 13. Juni 2017