Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2017
Skigruppe

Liegt noch genug Schnee in Leutasch?

Heinz Baaske

Hannelore und ich merken es immer wieder: Besonders, wenn man die Reiseberichte der Gruppen gelesen hat, darf und muss man feststellen: von alleine läuft da nichts! Und es ist auch gut so, dass ein so aktives Gruppenleben stattfindet. Zum Glück ist da die Skigruppe auch sehr gut aufgestellt.

Das neue Jahr hat kaum begonnen und schon ist die Skigruppe on Tour. Wer hat's geplant? Brigitte und Helmut Kähler-Bock. Das Interesse ist groß. Es soll uns in die schöne Bergwelt des Seefelder Hochplateaus nach Leutasch ziehen.

Das sind wir ...
Foto: Jürgen Reinefeld

Kaiserwetter nennt man es wohl, wenn die Sonne aus allen Knopflöchern lacht; so war es jedenfalls an unserem Anreisetag. Das Alpenpanorama um Garmisch nach Leutasch konnte gar nicht mehr Werbung für Reiselustige betreiben. Wie würde es aber mit dem Schnee sein?!? Schuppenski? Wachsski? und dann nur noch „blau“ wie in Norwegen kommt bestimmt nicht in Frage, oder?

Ja, jetzt möchte ich gerne unseren Urlaubsort vorstellen: Leutasch liegt am Fuße des Wettersteingebirges und weist eine Länge von ca. 17 km auf, geprägt durch 8 Talgemeinden. Über Jahrhunderte lebten „die Leutascher“ von der Wald- und Forstwirtschaft und die Region galt durch seinen Waldreichtum auch als die „Holzkammer“ von Innsbruck und Hall. Das Holz sorgte nicht nur für warme Stuben, sondern fand insbesondere Verwendung für Mobiliar, Haus- und Wohnungsbau. Diese Spuren kann man auch heute noch überall erkennen.

17 Skigruppenmitglieder und 3 liebe Freunde (Manfred und Regina sowie Annette) trafen sich am 19. Februar im Hotel Tiroler Hof in Weidach/Leutasch.

Auf geht’s zur Wanderung im Regen
Foto: Jürgen Reinefeld

Am Nachmittag des Anreisetages kamen alle nach und nach im Hotel an; aber was mussten wir feststellen: Astrid hatte sich beim Alpin-Ski in der Vorwoche bei einem Sturz den Arm ausgekugelt. Für sie hatte sich der Langlauf erledigt.

Mit dem Tiroler Hof hat Brigitte für uns ein gemütliches Hotel mit sehr freundlichem, aufmerksamem Personal ausgesucht. Unsere „Verwöhnpension“ bot mittags zusätzlich einen kleinen Snack sowie am Nachmittag leckeren Kuchen an (aber dies nur kurz so nebenbei).

So weit, so gut. Nach dem Abendessen wurde beratschlagt, was wir an unserem ersten Langlauftag unternehmen könnten; die erste Tour sollte nicht gleich zu schwer sein, damit sich alle ein wenig „einlaufen“ können. Wir entschieden uns für die Strecke nach Norden: Weidach – Burggraben – und wieder zurück nach Weidach. Dieses Vorhaben kam bei allen gut an, zumal die Loipe direkt am Haus vorbei führt.

Nach Ingrid's obligatorischer Skigymnastik an der Loipe ging es am nächsten Morgen los. Die Temperatur war um -1° und die Sonne meinte es sehr gut mit uns! Unterwegs konnten einige von uns beobachten, wie ein Hermelin im Schnee den „Schneewalzer“ tanzte!!! Nach ca. 18 km waren wir etwas müde wieder im Hotel.

Traumloipe
Foto: Jürgen Reinefeld

Aber was war am Tag darauf los? Leider ein Regentag. Es wurde nicht lange überlegt und die Wanderschuhe, Regenschirme und Spikes herausgeholt. Es folgte eine Schneewanderung (ca. 18 km). Ziel sollte der original erhaltene Bergbauernhof „Ropferstub'm“ in Buchen sein. Die „Ropferstub'm“ war ehemals ein Kuhstall und ist heute der Gastraum mit sehr eigenwilliger Deckenstruktur. Immer wieder regnete es. Auf dem Rückweg ging es wieder an den Forellenteichen vorbei, wobei wir die „Fütterung“ der Forellen beobachten konnten!

Am nächsten Tag ging es bei allerfeinstem Wetter mit sehr guter Fernsicht nach der Skigymnastik wieder los; diesmal war wieder die „Ropferstub'm“ über Obern und Moos durch das interessante „Katzenloch“ unser Ziel. Und es sollte sich lohnen, diesem Höhenrücken der Loipe zu folgen. Heute konnten wir bei unserer Einkehr bei schönstem Sonnenschein und einem herrlichen Blick in das Inntal einem Harfenspieler lauschen.

Das sonnige Wetter tagsüber und frostige Temperaturen in der Nacht haben teilweise deutliche Spuren hinterlassen!!!

Am nächsten Tag hat sich die Gruppe etwas aufgeteilt; allerdings ging es für alle nach Seefeld. Helmut und Brigitte haben sich auf dem Abfahrtshang am Gschwandtkopf „vergnügt“. Der Rest war wieder bei bestem Sonnenschein auf der Wildmoosalm mit Langlaufskiern unterwegs. Die Rückkehr erfolgte mit dem Skibus; bis auf vier Unentwegte: Hermann, Ingrid, Heinrich und ich nahmen die Herausforderung der „schwarzen“ Loipe an, von der Wildmoosalm über die „Ropferstub'm“ zur Katzenlochloipe auf der schon bekannten Strecke zurück zum Hotel.

Einbruchgefahr!
Foto: Jürgen Reinefeld

Der nächste Tag zeigte sich „mittelprächtig“. Gestern hatten ufoartige Wolken auf der Wildmoosalm schon einen Wetterwechsel angekündigt. „Böse Wolken“, so hat es Elsbeth vorausgesagt. Der leichte Schneeregen hat die Gruppe in zwei Lager geteilt. Einige eifrige Skiläufer und ein Rest Fußgänger. Diese waren auf Umwegen in Richtung Kirchplatzl unterwegs.

Im Ortsteil Kirchplatzl befindet sich die Kirche „Heilige Maria Magdalena“ mit sehr schöner Deckenbemalung. Anschließend wollten wir das dort ansässige Ganghofer-Museum besuchen; leider war es erst ab 16.00 Uhr geöffnet. So machten wir uns etwas enttäuscht auf den Rückweg. Nach einer Kaffeepause im Hotel machte sich Helga doch noch auf den Weg zum Museum. Allerdings hielt sich ihre Begeisterung in Grenzen.

In der Zwischenzeit waren auch die Skiläufer wieder eingetroffen. Sie waren etwas unzufrieden mit ihrer Wahl, derweil es doch sehr glatt in der Loipe war.

Schon am frühen Morgen unseres letzten Skitages hat es sich angekündigt, dass es ein sonniger Skitag werden würde. Nach der letzten Skigymnastik dieses Urlaubes ging es auf Skiern in Richtung Obern – Moos und zurück. Die Loipen sind teilweise noch sehr schön, aber teils auch gefroren und uneben. Es fehlt der Schnee!!!!!! Aber die herrliche Aussicht auf das Bergpanorama mit der „Hohen Munde“ entschädigt uns.

Wie die Zeit doch vergeht. Der Schnee hat für uns gerade noch gereicht und wir blicken auf schöne, gemeinsame Tage zurück! Wir bedanken uns bei Brigitte, die wieder einmal – in der Norwegen-Pause – eine Skigruppenfahrt organisiert hat.

Wohin geht die nächste Reise?

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 13. Juni 2017