Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2010
Skigruppe

Alpin-Ski in St. Cassian (Alta Badia/Südtirol)

Bernd-D. Hohm

Die Skigruppe macht traditionell Langlauf und so war zu befürchten, dass der Vorschlag von Peter Kräher, mal mit einer Gruppe zum Alpin-Ski zu fahren, nicht übermäßige Beteiligung auslösen würde. Letztlich fuhren aber am Samstag, den 06.03.2010, doch sechs Teilnehmer aus Braunschweig mit zwei Autos los: Brigitta Willems (Biggi), Reinhold Aselmeier, Brigitte und Helmut Kähler, Heinz Baaske und ich (Bernd Hohm). Weitere Teilnehmer reisten noch aus halb Europa an. Dazu später.

Auf dem Piz Sorega St. Cassian
Auf dem Piz Sorega St. Cassian
Foto: Bernd-D. Hohm

Viele Staus – wie immer insbesondere im Großraum München – führten dazu, dass wir erst nach 14-stündiger Fahrt gegen 20 Uhr in St. Cassian ankamen und sofort zum Abendbrot gehen mussten. Dieses sollte sich aber, wie alle Mahlzeiten, als sehr schmackhaft und reichlich erweisen, obwohl Peter mit dem Valparol nur ein 2-Sterne-Hotel ausgesucht hatte. Da sich das Hotelpersonal aber alle Mühe gab, unsere Wünsche zu erfüllen und kleine Mängel sofort zu beseitigen, sollten wir einen angenehmen Aufenthalt in familiärer Atmosphäre haben. Auch unser Problem mit den Bettdecken wurde sofort gelöst. Heinz und ich schliefen jedenfalls dank separater Zudecken nachts recht gut und konnten uns von den strapaziösen Touren mit Peter Kräher gut erholen.

Ach ja, Peter war schon da und hatte mit seinem Bruder bereits eine Woche in dem herrlichen Skigebiet verbracht. Übrigens ist Alta Badia nur ein Teil des Skigebietes, das man mit dem Skipass Superdolomiti abfahren kann. Dieser Skipass reicht von der Marmolada bis nach Cortina d´Ampezzo, ins Pustertal nach Bruneck (Kronplatz) und ist in vielen anderen mehr oder weniger großen Skigebieten mit klangvollem Namen gültig. Auch wer nicht Ski fährt, dürfte schon mal die Namen der Orte wie Corvara, Wolkenstein und St. Ullrich, evtl. auch La Villa (Stern) oder auch St. Cassian gehört haben.

Bevor ich nun einige Einzelheiten aus unserer Skiwoche ausplaudere, möchte ich noch die Nachzügler erwähnen: Brigitte und Hermann Wohllebe reisten aus München an, unser 2. Vorsitzender Klaus Prenner brachte noch Jörg Stache und Ute Hauswaldt mit. Diese drei unternahmen auch eigene Touren, u.a. durchfuhren sie die Pordoi-Scharte. Wir, hierzu gehörte dann noch Hermann Wohllebe, begnügten uns unter der meisterlichen Führung von Peter u.a. mit Abfahrten vom Lagazuoi, wohin wir vom Falzarego-Pass mit einer Seilbahn gelangten. Das war natürlich nicht alles, aber besonders zu erwähnen, weil die Aussicht vom Lagazuoi zumindest beim zweiten Mal sehr beeindruckend war. Peter erklärte allen alles – seien es die Berge von Cortina (Tofanes), die Civetta, den Monte Pelmo, die Marmolada, den Sella Stock, die Geislerspitzen, die berühmten ...-kofel wie den Langkofel; sogar die Zillertaler Alpen waren zu sehen. Erfrischend im wahrsten Sinne des Wortes waren danach die Abfahrten, insbesondere im benachbarten Gebiet der Cinque Torri (5 Türme), von denen einer zusammengebrochen ist. Aber deswegen spricht man nicht von Quattro Torri…. Hier setzte uns das Liften sehr zu, vor allem morgens, denn es war unangenehm, bei zweistelligen Minusgraden in einem alten Sessellift zu sitzen. Lange Abfahrten bei herrlichem Schnee und gut präparierten Pisten entschädigten uns aber, sogar beim ersten Mal, als zeitweise auch noch schlechte Sicht war. Wir waren aber doch erleichtert, als uns Peter an diesem Tag (Dienstag 09.03.) endlich auf dem Gipfel in ein „Nobelrestaurant“ führte. Ganz nobel waren indes nur die Preise, aber wir konnten uns wenigstens ein bisschen aufwärmen.

Jeden Tagesablauf hier zu schildern, würde zu langatmig sein. Deshalb seien die weiteren Tourenziele bzw. -gebiete nachstehend aufgezählt: La Villa mit der Gardenazza, Pedraces unterhalb des Kreuzkofels mit der Heilig-Kreuz-Kirche und dem Klosterrestaurant auf über 2000 m (die letzten Meter mussten wir mit Skiern auf dem Buckel zu Fuß gehen), die Pralongia und der Cherz, das Edelweißtal über Colfosco, Passo Pordoi mit Sass Pordoi, Piz Boe im Sella Stock und und und. Natürlich machten wir auch die berühmte Sellarunde (im Uhrzeigersinn, also die orangene Runde). Ich war erstaunt, über welche Kondition die doch nicht mehr ganz jungen Teilnehmer verfügten, denn meistens kehrten wir erst nach Stunden und nur kurz ein. Das Viertele Rotwein ließ sich Peter aber nicht nehmen, und auch bei Manuela (Malga Sarages) kehrte er gern mit uns als Abschluss einer Tagestour ein.

Geselligkeit kam aber nicht zu kurz: Abends saßen wir stets nach dem gemeinsamen Abendessen zusammen, sangen mit Niederländern oder diskutierten, warum das bayerische Bier süffiger ist als unser norddeutsches ... und ähnliche hoch interessante und wichtige Dinge. Letztlich war da noch Peters Geburtstag, zu dem wir ihm unter der musikalischen Leitung von Biggi und Ute ein Ständchen brachten (Kanon: Viel Glück und viel Segen). Dieses hätte er sich auch ohne Geburtstag verdient gehabt, denn in der Woche war er ein großartiger, geduldiger „Führer“ mit ausgezeichneten Ortskenntnissen, so dass sogar ich, der auch schon etliche Male in Alta Badia war, einiges Neues erfuhr bzw. kennen lernte. Wie es sich für einen „Führer“ gehört, hatte Peter dann auch das letzte Wort: Er bedankte sich für die Glückwünsche und den Präsentkorb anlässlich seines Geburtstages mit einer Runde Kaffee und einem Schokoladenkuchen des Hauses. Damit ging eine tolle Skiwoche in einem hochalpinen Gebiet zu Ende.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 22. Mai 2010