Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2009
Skigruppe

Die Skigruppe in Dresden und Umgebung

vom 11.-15.5.2009

Hermann und Brigitte Wohllebe hatten sich als gebürtige Dresdener bereit erklärt, die Organisation dieser Reise und des Aufenthaltes zu übernehmen. 24 Personen waren dem Aufruf gefolgt und erlebten wunderschöne Tage – nicht nur vom Wetter, sondern auch vom Programm her.

Schon am ersten Tag machten wir von unserem Hotel in Dresden-Pappritz aus eine kleine Wanderung durch das Schönfelder Hochland. Der Nieselregen störte uns nur wenig, schon gar nicht in der „Naturschänke“ von Malschendorf, wo es leckeren Kuchen gab. Von dort war es nur noch ein kurzer Weg zum Schloss Pillnitz. Ins Schloss selbst gingen wir nicht hinein, aber die Schlossanlage als solche war auch schon sehenswert. Hier sind einige Millionen für die Restauration hineingesteckt worden. Wir konnten anhand von mehreren Wasserstandsmarkierungen erkennen, dass die Schlossanlage öfters vom Hochwasser betroffen war. Am schlimmsten im Jahre 2002, als die Elbe hier ca. 10 m hoch stand. Im Schlosspark fielen neben der Orangerie noch das Kamelienhaus und eine riesengroße Magnolie auf. Leider regnete es gerade jetzt etwas stärker, weshalb wir uns nur kurz aufhielten.

Am Dienstagmorgen fuhren wir mit sechs Autos in Richtung Dresden. In Loschwitz ließen wir die Autos auf einem Parkplatz stehen und bummelten zunächst Richtung Altes Fährhaus bis zum Blauen Wunder, einer Brücke aus Stahl, die bereits zur Kaiserzeit errichtet wurde und damals als technisches Wunder galt. Durch ein Künstlerviertel mit kleinen Ateliers und Geschäften erreichten wir den Körnerplatz und nahmen die Standseilbahn, die uns in 5 Minuten nach oben bis zum Restaurant und Hotel Luisenhof brachte. Dieses einst mondäne Café ist immer noch sehr beliebt, insbesondere als Ausflugslokal. Von der Terrasse hatten wir einen wunderschönen Blick ins Elbetal.

Später führte uns ein Freund von Hermann durch das Zentrum von Dresden mit den weltberühmten Sehenswürdigkeiten. Es begann beim Goldenen Reiter und setzte sich fort mit Semper-Oper, Zwinger, Hofkirche, Residenzschloss und Frauenkirche. Besonders erwähnt wurde die Katholische Hofkirche, die August der Starke von Italienern erbauen ließ, die dann alle im sog. Italienischen Dorf lebten. Ich will hier nicht alle Gebäude und Sehenswürdigkeiten im Detail beschreiben. Wir kamen jedenfalls aus dem Staunen nicht heraus. Bei alledem muss man bedenken, dass das Zentrum von Dresden 1945 ja fast völlig zerstört wurde. Insbesondere nach der Wiedervereinigung sind aber noch mal enorme Mittel zur Restaurierung und zum Wiederaufbau aufgewendet worden. Die Restaurations- und Wiederaufbauarbeiten sind auch noch längst nicht beendet. Beim Residenzschloss dauern sie z.B. mindestens noch bis 2013. Schon jetzt ist der Innenhof mit einer einmaligen Konstruktion überdacht, so dass hier keine Feuchtigkeit mehr eindringt; es schützt zudem die Besucher bei Regen.

Das Grüne Gewölbe und die Kunstgalerie waren an diesem Tage geschlossen. So viel geballte Kultur an einem Tage hätten wir auch kaum verkraftet. Auf dem Weg zur Frauenkirche sahen wir noch den Fürstenzug, ein Gemälde, das von zahlreichen Künstlern anlässlich der 800-Jahr-Feier des Wettiner Geschlechts Anfang des 20. Jahrhunderts auf Kacheln erstellt wurde und eine ganze Straßenfront einnimmt. Nach Kaffee und Kuchen machten wir noch einen Bummel zu den Brühlschen Terrassen, vorbei an der HBK. Mit der Linie 2 ging es dann bis zum Straßburger Platz, wo wir von weitem die Gläserne Fabrik von VW sahen. Die Linie 12 brachte uns dann wieder zum Schillerplatz.

Burg Stolpen
Burg Stolpen
Foto: Bernd-Detlev Hohm

Auch der Mittwoch sollte wieder wunderbar werden. Vom Bahnhof in Pirna fuhren wir mit der Regionalbahn nach Bad Schandau. Der moderne Triebwagen fährt am linken Elbeufer entlang und hält an einigen bekannten Orten wie Stadt Wehlen, Kurort Rathen, Königstein und letztlich in Bad Schandau, wo wir mit einer Fähre übergesetzt wurden. Dort begann unsere herrliche Wanderung bei tollem Wetter. Unser Ziel waren die Schrammsteine in der Sächsischen Schweiz. Immer wieder hatten wir herrliche Ausblicke und konnten manchmal bis nach Böhmen sehen. Wir befanden uns auf der Ostrauer Scheibe und hielten noch mal an der sog. Wildwiese, wo hin und wieder Chöre auftreten oder Konzerte stattfinden. Bei dieser malerischen Kulisse muss das bestimmt gigantisch sein. Zum Schrammstein mussten wir einen Klettersteig bewältigen, den letztlich alle schafften. Aus zeitlichen Gründen wurde die Tour abgekürzt. Es ging noch durch die sog. Affensteine. Ein Höhepunkt war dann noch die romantische Fahrt: mit der Straßenbahn zurück nach Bad Schandau, immer auf der linken Straßenseite entlang, also praktisch als Geisterfahrer.

Am Donnerstagmorgen besichtigten wir zunächst den Ort Stolpen und dessen Burganlage. Auf dem sehr schön renovierten Marktplatz erfuhren wir, dass es in der Stolpener Gegend den Basaltstein gibt, der auch beim Bau der Burg Stolpen verwendet wurde. Von der weitläufigen Burganlage hatten wir herrliche Ausblicke in alle Himmelsrichtungen. Vom Schlossgespenst ließ sich aber kaum jemand erschrecken. An mehreren Stellen wurde auf die Mätresse von August dem Starken, Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel, geb. von Brockdorff, hingewiesen, die viele Jahre hier verbringen musste, weil sie sich am Schlosshof in Dresden unbeliebt gemacht hatte. Sie wurde aber immerhin 84 Jahre alt.

Blick vom Lilienstein auf die Elbe
Blick vom Lilienstein auf die Elbe
Foto: Jürgen Reinefeld

Dann war wieder Wandern angesagt. Ziel war diesmal der Lilienstein. Der Weg (Südaufstieg) war leichter als gestern. Jeder freute sich dennoch auf Kaffee und Kuchen in der nicht weit entfernten Hocksteinschänke. Auch das war seit längerem von Hermann und Brigitte vortrefflich organisiert worden. Der Nachmittag wurde dann noch mit kurzen Besuchen der Orte Hohnstein (Puppenspieler-Stadt) und Stadt Wehlen an der Elbe abgerundet.

Helmut Hielscher bedankte sich im Laufe des Abends – nach dem (wie immer) gemeinsamen Essen im Pappritzer Hof – bei Hermann und Brigitte, die sich sehr viel Mühe gegeben und sich auch vortrefflich bei der Durchführung ergänzt hatten. Alle wollten auch am morgigen Tag mit ins Panometer nach Dresden.

Wir fuhren also am Freitagmorgen mit unseren Autos zum Panometer in den (ehemaligen) Gaswerken Reick. Der größere Gasometer steht nur noch als Ruine. Im anderen Rundbau ist das eigentliche Panometer. Hier hat man das Leben in der barocken Stadt Dresden im Jahre 1756 mit allem Drum und Dran (Menschen, Tiere, Gebäude, Verkehrsmittel u.s.w.) nachgestellt und auf einen überdimensionalen Teppich gemalt, diesen an die Decke bzw. Kuppel hochgezogen und dort ausgebreitet (360° Panorama). Durch Lichteffekte und verschiedene Geräuschsimulationen wird den Besuchern das damalige Leben bei Tag, bei Nacht, im Morgengrauen und in der Abenddämmerung, bei Sonnenschein und bei Gewitter gezeigt. Diese Besichtigung dürfte keiner bereut haben. Sie schloss die wunderschönen Tage im Kreise von 26 Alpenvereinsmitgliedern gebührend ab. Hermann und Brigitte, ihr seid Spitze gewesen!

Bernd-Detlev Hohm

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 2. August 2009