Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 1/2008
Skigruppe

Rückblick: Über 40 Jahre im DAV und in der Skigruppe.

Wenn man im „Deutschen Alpenverein Sektion Braunschweig“ Mitglied werden wollte, benötigte man zwei Bürgen. Ich hatte Glück und konnte 1961 dem Verein beitreten. Um Mitglied in der Skigruppe zu werden, benötigte man das Wohlwollen von Werner Meißner, aber auch diese Hürde konnte ich 1965 überspringen.

Vor 40 Jahren waren die aktiven Mitglieder der Skigruppe sehr jung. Von den älteren Mitgliedern wurde man gern gesehen und durfte sich ohne Maßregelung austoben. Eingetreten bin ich hauptsächlich wegen des Sports und wegen der Nutzung des Alpen-See-Express, denn das Geld war knapp und an ein Auto nicht zu denken.

Anfangs sah es auch so aus, als ob sich in diesem Verein für mich sonst nichts abspielte. Als Konkurrenz wurde ich von den anderen jungen Damen nicht so gern gesehen. Trotzdem habe ich gerade in der Skigruppe in den vielen Jahren liebe Freunde gefunden und viele schöne Stunden verlebt:

Hallensport in der Diesterwegschule mit Gesang unter Leitung von Herrn Lambrecht. Anschließend zum Conny Hähnchen essen. Weihnachtsfeier auf der Torfhaushütte mit Glühwein aus großen weißen Kaffeetassen. Nachdem ich Vergnügungswart war, gab es zur Weihnachtsfeier „Feuerzangenbowle“. Zur Walpurgisfeier brachte Wulf Hentschel eine Hexe mit, die dann vor der Hütte verbrannt wurde. Oktoberfest und Orientierungslauf mit der Skigruppe Hannover. Herbstbruchberglauf in Altenau. Im Winter konnte man am Waldlauf in Riddagshausen teilnehmen. Einmal wurde uns ein neuer Mitläufer angekündigt: W. Lange. Damit er den richtigen Weg fand, musste ich meine Trainingsjacke ausziehen. Mein weißes Hemd leuchtete dann zur Orientierung im dunklen Wald. Einige trafen sich zum Schwimmen im Müllerbad.

Natürlich trafen wir uns auch im Harz zum Skilaufen. Langlaufschulung mit Helmut auf dem Torfhausmoor. Zum Schlittschuhlaufen auf dem Kreuzteich in Riddagshausen. Im Sommer trafen wir uns auf dem MTV Platz, um das Sportabzeichen abzulegen. Zum Abwedeln ging es zur Sonnenkappe, dort wurde am 1. Mai eine Schneebar gebaut. Wir fuhren bis der Schnee zu Wasser wurde und es nur so spritzte. Wulf musste sich dann am Parkplatz trockene Sachen anziehen.

Bei meiner ersten 4-Berge-Tour war ich mit stumpfen Schuppenski dabei. Die Abfahrt vom Achtermann war nur möglich, weil Helmut mich geschoben hat. Wanderwochenende in der Kahnsteinhütte. Abends gab es Fleischfondue und Eis mit heißer Schokoladensauce. Herr Rosendorf holte das Eis von der Fa. Querner. Dort wurde es wegen der langen Fahrt in Trockeneis verpackt.

Wanderwochenende im Selter mit Kartoffelpufferessen im Walde bei Horst Beer.

Autofreier Sonntag, darum fährt die Skigruppe mit der Bahn von Braunschweig nach Bad Harzburg und mit dem Bus zum Torfhaus zur Adventfeier. Die B 4 konnte als Skipiste genutzt werden.

Zur Faschingsfeier hatten wir einmal Hausorden von der Fa. Jägermeister. Die Fa. Dornkaat spendete uns drei Flaschen Klaren und es gab eine Schluckimpfung in der Torfhaushütte. Beim Taesslerlauf haben wir am Tag vorher die Spur gelegt, dazu wurde auch ein Beil und eine Säge benötigt um störende Äste zu beseitigen. Manchmal war es dabei schon fast dunkel. Zu den Sektionsmeisterschaften an der „Wilden Sau“ mussten wir die Slalomstangen vom Parkplatz zum Skikreuz schleppen. Einmal sind wir mit 6 Personen und 5 Paar Abfahrtski im R 4 von Altenau zum Torfhaus gefahren.

Wochenende mit geführter Moorwanderung von Helmut im Solling. Schuhe und Strümpfe mussten ausgezogen werden. Mit Kisten und Körben in den Harz, um Heidelbeeren zu pflücken. Dampferfahrt von Cuxhaven nach Helgoland. Quartiere waren Mangelware, Peter übernachtete in einer Besenkammer.

Winterskigruppenfahrt zur Braunschweiger Hütte mit Besteigung der Wildspitze.

(Foto rechter Fernerkogel)

Aufstieg zum rechten Fernerkogel Foto: Jürgen Reinefeld

Nachtwanderung durch den Elm mit anschließendem Frühstück bei Helmut in Cremlingen. Noch viele andere lustige Begebenheiten wären zu berichten, aber auch viele sportliche Unternehmungen.

Die Nachtwanderung im Dorm haben Helmut und ich vorher mit dem Fahrrad abgefahren. Gut dass das Rad Gerti gehörte, an einigen Stellen versanken die Räder bis zur Achse im Schlamm. Braunkohlwanderung durch den Barnbruch nach Wedesbüttel zum Eselskrug. Der Esel wollte Flocki nicht reiten lassen. Helga hat beim Hallensport mit den Skigruppenmitgliedern den Bananentanz (Abanda) eingeübt. Mit einigen Skigruppenfreunden bin ich zum Winterurlaub nach Zermatt gefahren.

Erste Paddeltour von Polle nach Hameln. Günter kenterte und der Film wurde sofort aus dem Fotoapparat genommen, kein Bild ist etwas geworden. Paddeltour auf der Oertze bei bestem Wetter, auch ein Eskimorollenversuch. Zwei Wochen bin ich mit 5 anderen Skigruppenfreunden zum Abfahrtskiurlaub in das tolle Skigebiet von St. Anton gefahren.

Mehrere Radtouren in der Heide mit geliehenen Bundesbahnrädern. Einmal waren wir so gut in Form, dass wir bis zum Hauptbahnhof in Braunschweig zurückfuhren. Dem überforderten Bahnbeamten wurden die Räder einfach über die Rampe gestellt. Er konnte es nicht fassen, dass diese Räder alle von der Bundesbahn waren.

Skifahrt nach Val d´ Isere. Dort klirrende Kälte und teurer Heidelbeerkuchen.

Radtour mit Baden im neu gefluteten Elbe-Seiten-Kanal. Paddeltour auf der Lachte.

Paddeltour auf der Ilmenau mit Zeltübernachtung und Fassbier im Kanadier von Helmut.

(Foto Ilmenau 9/89)

Kanutour auf der Ilmenau Foto: Jürgen Reinefeld

Wanderwochenende bei Wulf im Taunus auf der AV-Hütte Oberreifenberg. Der Hüttenverwalter trug Kniebundhose und Damenseidenstrümpfe.

Zum Wandern in die Kahnsteinhütte mit Rumtopf und Sekt. Anschließend eine Nachtwanderung mit Gesang zur Freude der Dorfbewohner.

Nach Großenbrode zum Segeln. Das Boot von Gerti und Helmut musste eingeweiht werden. Wanderwochenende der Skigruppe im Sauerland mit Besichtigung der Dechenhöhle, des Märkischen Freilichtmuseums und der ersten deutschen Jugendherberge in Altena.

Ein Tag „Kleiner Grenzverkehr“. Um 6 Uhr an der Grenze in Marienborn. Weiter nach Wernigerode und mit der Harzquerbahn nach Benneckenstein. Aussteigen durfte man nicht, denn es ging ja immer durch das Sperrgebiet. Ein schreckliches Erlebnis, der Todesstreifen und die angeleinten bissigen Hunde.

Eine Woche zum Langlauf bei besten Verhältnissen (Schnee und Sonne) in Oberwiesenthal. Rad- und Paddelwochenende im Müritznationalpark. Hier gab es viele Mücken. Pättkestour im Münsterland. Wenn man als Radfahrer in Münster unterwegs ist, halten die Autofahrer an. Große Fehnradtour von Papenburg mit Besichtigung der Meierwerft. Paddeltour unter den Brücken von Braunschweig. Viertägige Rad- und Paddeltour in der „Holsteinischen Schweiz" (Plön), wieder ein Eskimorollen-Versuch. Eine Woche wandern im Schwabenland mit Dieter Nagel. Kahnfahrt unter Tage in Lautenthal. Paddel- und Zeltwochenende auf der Böhme in der Heide. Auch hier wird Kentern geübt. Rad- und Paddeltour im Naturpark „Lauenburgische Seenplatte".

Radtour mit Stärkung bei einem Baumkuchenbäcker in Salzwedel und Stadtbesichtigung in Tangermünde.

LL-Skigruppenfahrt nach Haidmühle. Eine Woche Wellnesshotel mit Besichtigung der schönen Stadt „Krumau“ an der Moldau. So kann man sehen, wie sich die Zeiten geändert haben. In 40 Jahren von der einfachen Hütte mit Glühwein aus Kaffeetassen zum Wellnesshotel mit Sauna und Massage. Allerdings sind die Skigruppenmitglieder nun etwas älter geworden.

Natürlich wird in der Skigruppe nach wie vor jede Woche Sport getrieben und im Winter Ski gelaufen, das ist doch Ehrensache.

Karin Reinefeld

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 12. Februar 2008