Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2007
Skigruppe

Großeinsatz für Schuppenski

Skigruppenfahrt 10.-17.2. 2007

An der „Grünen Grenze“
An der „Grünen Grenze“
Foto: Helmut Hielscher

Oberwiesenthal – ein Mekka des nordischen Skisports – hat Spitzensportler wie Barbara Petzold, Claudia Künzel, Viola Bauer, Rene´Sommerfeldt und Sylke Otto hervorgebracht. Im westlichen Erzgebirge gelegen und bereits 1993 von der Skigruppe erkundet, war dieses schneesichere Gebiet um den 1215m hohen Fichtelberg erneut ein lohnendes Ziel für 25 aktive Langläufer. Mit gewohnter Gewissenhaftigkeit hatte Brigitte Kähler-Bock die Buchung im Hotel „Neues Haus“ und die Anreise der Bahn-Fahrer organisiert.

Pünktlich 9.30Uhr am Sonntag liefen wir in großer Gruppe um den Fichtelberg herum nach Oberwiesenthal zum Einkehrschwung ins Cafe´König bzw. zu Großeinkäufen im Sportgeschäft und wieder zurück. Die gut gespurte Loipe führte u.a. über den Hirschfalzweg mit herrlichem Panoramablick, den wir gehabt hätten, wenn nicht tief hängende Wolken mit einsetzendem Schneefall die Aussicht verwehrt hätten.“ Endlich Neuschnee“ dachten wir alle, als der Wind uns die scharfen Kristalle in die Gesichter blies. Wettererprobte Skiläufer konnten ihren Optimismus bei + 2°C und Nebel nicht verlieren, zumal das schmackhafte Abendessen mit „Köstritzer“ und Saale-Wein die Tourenplanung beflügelte. Selbst auf 1083m Höhe (Hotel) wollte das Thermometer in der Nacht nicht unter +1°C fallen.

Am Morgen fiel mit dem Schnee auch der Nebel-Vorhang. Orientierung bitte mit Kompass oder Hermanns GPS-Gerät, denn die Beschilderungen der zum Teil sehr guten Loipen in der Tschechischen Republik sind rar und nicht immer eindeutig. Leistungsbedingt liefen wir nun in kleinen Gruppen, manchmal auch für einige km in die falsche Richtung. Der zu umrundende Spitzberg ward nicht gesichtet, dafür drang der nasse Schnee langsam durch die Kleidung. Zum Ausgleich genossen wir den heißen Kaffee bzw. Tee oder das süffige „Budweiser“ mit einem „Becherovka“ im „Grünen Haus“ in Bozi Dar (Gottesgab). Dieses Gasthaus könnte eigentlich das Stammlokal der DAV-Skigruppe werden !?

Der Keilberg zeigte sich nur selten
Der Keilberg zeigte sich nur selten
Foto: Helmut Hielscher

Temperatur und Feuchtigkeit im Schnee ließen auch am dritten Tag keine Zweifel aufkommen: Schuppenski ! Um den Keilberg zu umrunden, trugen wir unsere Latten bis zum Grenzübergang. Durch das preußisch geprägte Pflichtbewusstsein einer deutschen Zöllnerin erfuhr unser Skifreund Helmut Kähler, dass man aus Deutschland nicht herauskommt, wenn man seinen gültigen Ausweis/Pass in Braunschweig vergessen hat. Also teilte sich die Gruppe und alle erlebten einen leidlich trockenen Skitag.

Strahlender Sonnenschein und gute Sicht trieben uns Mittwoch zum Fichtelberg hoch. Stark beeindruckt von der Skiarena mit den Wettkampfloipen und dem Biathlonstadion trafen wir uns alle an der Bächelhütte zum angekündigten Überraschungserlebnis: Dr. Hermann Wohllebe hatte anlässlich seines 70. Geburtstages einen rustikalen Imbiss und Umtrunk vorbereitet. Danke Hermann! Zum 60. Geburtstag hatten wir zuvor schon mit Hannelore Baaske angestoßen.

„Ob uns der Sonnenschein wohl treu bliebe?“ Alle hatten es gehofft – vergeblich. Dichter Nebel und Schneetreiben verdrängten die Lust auf Skilauf. Einige flüchteten mit dem Auto nach Karlsbad. Einige Unentwegte starteten zur Tour nach Neudorf. Die genussvolle Abfahrt führte uns bald an die Schneegrenze, wo Split, Tannenzapfen und Wasserstellen uns zum Abschnallen zwangen. Im Hotel am Bhf. Vierenstraße schaffte eine Pilzsuppe neuen Mut. Marianne und Helma waren inzwischen mit der Schmalspurbahn zurück gefahren. Wir trugen die Bretter bis zur Schneefallgrenze hoch und konnten dann die Tour planmäßig über „Siebensäure“ hoch zur Fichtelberg-Höhenloipe und zur Sachsenbaude fortsetzen. Völlig durchnässt und bei eisigem Wind tasteten wir uns schließlich im Nebel zum Hotel herunter.

Eine würdige Abschlusstour führte uns am letzten Tag bei trockenem Wetter über weite Moorflächen und durch Waldschneisen zum Pleßberg. Fehlende Loipen, teilweise vereiste Skiwege und die Landschaft erinnerten uns an die Skitouren im Harz der 60er Jahre. Der Einkehrschwung im „Grünen Haus“ zum Abschluss dieser erlebnisreichen Woche war fast schon eine Pflichtübung.

Unser Dank geht an die ortskundigen Tourenführer Brigitte Kähler-Bock und Helmut Hielscher, der schon einige Tage zuvor angereist war.

Ralf Führmann

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 11. Mai 2007