Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2005
Skigruppe

Ein traumhafter Herbstwandertag im Wallis!

Moosalp
Moosalp
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Wir, das sind Dieter Knips, Günter Lewerenz, Jürgen und Karin Reinefeld, haben uns für heute einen Wandergenuss besonderer Art vorgenommen. Von Täsch, unserem Standquartier, fahren wir mit dem Auto nach St. Niklaus. In der Nähe des Bahnhofs kann man 12 Stunden mit der Parkscheibe kostenlos parken. Am Bahnschalter kaufen wir ein Rundfahrtbillett für 31,30 CHF. Mit dieser Karte fahren wir zuerst von St. Niklaus (1127m) mit einer kleinen Luftseilbahn, in der nur vier Personen Platz finden, nach Jungen (1985m). Jungen ist eine besondere Augenweide. Das Alpendörfchen thront wie ein Adlernest auf einem Vorsprung 900m hoch über dem Mattertal. Von hier starten wir nun unsere Wanderung zur Moosalp. Der schmale Steig führt durch steile Berghänge. Im Herbst ist die Farbenpracht unbeschreiblich. Rote Heidelbeersträucher, Preiselbeeren in Mengen, Rauschebeeren und kleine Kiefern, goldene Lärchen und noch viele andere Pflanzen. Wenn wir zurückschauen sehen wir das Brunegghorn, das Breithorn und die riesigen eisgepanzerten Berge von der Mischabelgruppe. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mattertales liegt der Ort Grächen. Weiter links sieht man oberhalb des Simplonpasses die Gletscher vom Mt. Leone und dann die Berggipfel des Berner Oberlandes. Diese tollen weiten Blicke begeistern uns immer wieder.

Im Augstbordtal erspähen wir Steinböcke. Nach dem Überschreiten des Embdbaches führt der schmale Bergsteig zur Lägeralp hinauf (2108m). Ab hier verläuft der Wanderweg auf einer abgedeckten Wasserleitung, die erst im letzten Jahrhundert gebaut wurde und das „Wässerwasser“ aus dem Augstbordtal nach Zeneggen leitet. Nachdem wir zwei kleinere dunkle Tunnel durchwandern, wird der Weg breiter. Unter hohen Lärchen und uralten Zirben wandern wir nun zur Moosalp. Hier besteht eine Einkehrmöglichkeit, die es vorher auf der gesamten Strecke nicht gibt. Für die Wanderzeit sollte man 4,5 bis 5 Stunden einkalkulieren.

Nach einer ausgiebigen Pause fahren wir mit dem Postbus zurück nach Stalden. Die Fahrt geht über Törbel, ein sehenswerter alter Ort. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man die Fahrt unterbrechen um die urigen walliser Häuser anzusehen. Die Busfahrt nach Stalden dauert 45 Minuten. Die Straße schlängelt sich atemberaubend über viele enge Serpentinen steil ins Tal hinunter. Dieter kann gar nicht aus dem Busfenster sehen. Günter dagegen wäre gern mal selber hier runter gefahren. So verschieden sind die Menschen.

Am Bahnhof in Stalden haben wir bald Anschluss. Mit der Matterhorn - Gotthard Bahn fahren wir im engen Mattertal, teilweise direkt neben der Matter Vispa, nach St. Niklaus zurück.

Ein sehr schöner Wandertag bei bestem Herbstwetter geht damit zu Ende.

Karin Reinefeld

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 10. April 2005