Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 1/2004
Skigruppe

Wandern mit der Harzer Hexe auf dem Hexenstieg

 

Der rund 100 km lange Harzer Hexenstieg ist eine Wanderung über den Harz hinweg, der mich nach der Eröffnung im Oktober 2003 zur Begehung herausgefordert hat. Eine Sonderkarte mit der Route war schnell besorgt und die Strecke von Osterode am Westrand nach Thale am Ostrand des Harzes in 3 Tagesetappen á rd. 33 km eingeteilt. Als Übernachtungsorte boten sich in den Drittelpunkten Torfhaus und Rübeland an. Einige tapfere Mitwanderer waren außer meinem Mann auch bald gefunden.

Die Bahn brachte uns bequem in einer Stunde von Braunschweig nach Osterode, so dass wir dort kurz nach 8.00 Uhr starten konnten. Noch ahnungslos was uns erwartete, ging es gleich steil auf Forstwegen bergan bis oberhalb Buntenbock, wo wir die erste Rast einlegten. Der Weg verläuft immer abseits der Straße und führt an historischen Zeugnissen der Bergbaugeschichte vorbei. Zwischen Buntenbock und Altenau geht es erholsam eben entlang der Wassergräben des 300 Jahre alten Oberharzer Wasserregals mit vielen Hinweisen aus dieser Zeit. Eine Besonderheit ist der Sperberhaier Damm, auf dem man über dem unterirdischen Wasserlauf entlangläuft.
Vor dem letzten Steilanstieg zum Torfhaus erreichten wir die Schneegrenze des ersten Wintereinbruchs Ende Oktober, so dass es an der Steilen Wand schon ziemlich rutschig wurde.

Start im Ostharz
Start im Ostharz
Foto: Kähler-Bock

Das Etappenziel schafften wir noch vor Einbruch der Dunkelheit. Nach guter Verpflegung und Nachtruhe bei Gödeckes wanderten wir am nächsten Tag über den weiß verschneiten Oberharz bei strahlendem Sonnenschein nach Rübeland. Brockenanstieg - Schierker Straße – Glashüttenweg – Dreiannen-Hohne sind einige Stationen bis hinter Königshütte die südliche Variante über Hasselfelde abzweigt und man aufpassen muss, dass man links an der Warmen Bode bleibt, die sich bald zu einem schmalen Stausee erweitert.
In Rübeland kann ich das grundlegend renovierte Hotel Bodetal empfehlen, das moderne Zimmer und eine gute Küche zu bieten hat.

Der dritte und letzte Tag ist mit einigen Wehwehchen wie Muskelkater und lahme Füße der anstrengendste und wir sind froh, als es endlich ab Staumauer Wendefurth nur noch im Bodetal abwärts geht. Der lange steinige Weg macht den Füßen noch etwas zu schaffen und es ist eine Wohltat in Thale endlich wieder ebenen Boden zu erreichen.
Trotz Endspurt zum Bahnhof fährt uns der Zug vor der Nase weg und wir überbrücken die Wartezeit im Cafe. Die Heimfahrt dauert über 2 Stunden mit Umsteigen in Halberstadt und Vienenburg.

Alles in Allem ist der Hexenstieg eine interessante abwechslungsreiche Wanderstrecke, die man natürlich auch in 4 Etappen zu 25 km gehen kann. Aber dann werden 3 Übernachtungen notwendig und die Torfhaushütte kann nicht einbezogen werden, da nicht am Viertelpunkt gelegen.
Die Ausschilderung mit der weißen Hexe auf grünem Grund ist nicht immer ganz eindeutig und daher eine Karte zur Orientierung erforderlich.
Bleibt zu wünschen, dass der Hexenstieg auch überregional an Popularität gewinnt, damit unsere Torfhaushütte an den Übernachtungen und evtl. Gepäcktransporten profitiert.

Teilnehmer: Helmut Kähler, Hans Bock, Ingrid Eggers, Hermann Fischer

Karte: Harzer Hexen-Stieg M 1: 30 000 mit Höhenlinien, Wanderwegen und Bushaltestellen an der Strecke
Bahnticket nach Osterode im Verkehrsverbund Stufe 4
Bahnticket ab Thale (Sachs.-Anh.) nach Normal-Bahntarif

Der Hexenstieg im Internet

Brigitte Kähler-Bock

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 1. Februar 2004