Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 4/2002
Skigruppe

Wanderung in den „bleichen Bergen“

Als Karlheinz im Frühjahr zu einer einwöchigen Hüttentour durch Latemar und Rosengarten-Gruppe einlud, rief das in mir etwas widersprüchliche Gedanken hervor: Einerseits die Erinnerung an lange zurückliegende Unternehmungen in dieser grandiosen Bergwelt und die Verlockung, sie noch einmal zu erleben, andererseits die Skepsis, ob ich mit meinen arthrosegeschädigten Knien den Anforderungen einer solchen Tour noch gewachsen sein könnte. Hinzu kam der Gesichtspunkt, dass man nach fast sechsjähriger Zugehörigkeit zur Skigruppe mit „denen“ auch einmal etwas anderes machen sollte als sich nur allwöchentlich beim Sport gemeinsam zu schinden. „Wanderung in den bleichen Bergen“, dieses Motto klingt nicht nach übermäßiger Anstrengung, sondern verheißt Genuss, Schauen, Erleben. Ich meldete mich an.

Am 31.08.02 treffen sich dann fünf Teilnehmer (Karlheinz, Gerti, Helmut, Elke und der Schreiber dieser Zeilen) früh um 5 Uhr auf dem Braunschweiger Bahnhof, um zunächst nach Bozen zu fahren. Schnell werden wir mit Vor- und Nachteilen des Bahnreisens vertraut, z.B. stellen wir fest, dass sich das Gepäck von fünf Bergwanderern in der Gepäckablage eines ICE-Abteils nur mit viel Geschick unterbringen lässt und ein herabfallender Rucksack leicht die Notbremse auslösen könnte. Aber dann genießen wir auch die Annehmlichkeiten einer Bahnfahrt, zumal Karlheinz zur Einstimmung auf unser Gemeinschaftserlebnis eine Flasche Sekt sowie - nicht ganz stilgerechte - Trinkgefäße aus seinem Gepäck hervorzaubert. So erweisen sich eben die Qualitäten eines guten Touren-Organisators! Die Zeit vergeht mit viel Gesprächen über frühere Bergunternehmungen, die zeigen, dass wir bei aller individuellen Verschiedenheit des Erfahrungshintergrundes doch mit der gleichen Einstellung an die vor uns liegende Unternehmung herangehen.

Am Nachmittag kommen wir in Bozen zwar mit Verspätung, aber noch rechtzeitig, an, um den von Karlheinz vorgesehenen Bus zu erreichen. Dieser bringt uns durch das wild-romantische Eggental hinauf nach Welschnofen, wo wir im Hotel Tyrol noch einmal ein komfortables Quartier beziehen. Der Abend wird zu Besorgungen genutzt - Karlheinz kauft sich gleich zwei Hüttenschlafsäcke, weil er seinen zu Haus gelassen hat. Einen längeren „Bummel“ durch den Ort vereitelt der einsetzende Regen. Ohnehin stellt Karlheinz betrübt fest, dass sein Lieblingscafé geschlossen ist.

Auch das monotone Rauschen des nahen Baches kann die Geräusche eines nächtlichen Gewitters nicht übertönen, aber am nächsten Morgen ist alles vorüber; die regenfeuchte Landschaft glänzt und dampft in der Morgensonne. Die Rucksäcke werden endgültig für die Tour gepackt; der Rest bleibt im Hotel Tyrol zurück, wo uns am Ende der Tour wieder ein Nachtquartier erwartet. Helmut kontrolliert das Rucksackgewicht mit einer geeichten Federwaage; mit Proviant und vollen Getränkeflaschen ist es doch höher als angestrebt, so etwa 11 bis 13 kg. Ein Taxi bringt uns nach Obereggen und ein Sessellift weiter hinauf nach Oberholz, auf 2100 m Höhe direkt unter den steil aufragenden westlichen Gipfeln des Latemar. Karlheinz erklärt uns, dass die Latemar-Hütte keine Übernachtungsmöglichkeiten bietet, und wir deshalb nicht durch die Gruppe hindurch, sondern auf einem Höhenweg westlich-nördlich darum herum gehen. Insgeheim bin ich froh, dass wir es am ersten Tag noch etwas „sachte“ angehen lassen, aber auch die anderen brauchen die ersten Stunden, um sich einzugehen und Sicherheit zu gewinnen. Der Weg führt wieder abwärts in die Waldregion, doch immer wieder wird der Blick freigegeben auf die wild zerklüfteten Wände des Latemar und hinüber zur Rosengartengruppe. Allerdings konstatieren wir mit Sorge, dass das Wetter sich verschlechtert und die hohen Gipfel zunehmend in den Wolken verschwinden. Höhepunkt des Weges ist das „Labyrinth“, eine Ansammlung wild durcheinander liegender Felsblöcke, die sich bei einem gigantischen Bergsturz hier angesammelt haben mögen.

Diskussion
Diskussion
Foto: Enke

Am Grandhotel „Karersee“ berühren wir noch einmal die Zivilisation und benutzen einen Sessellift zur Paoliona-Hütte (2125 m), die bereits in Wolken eingehüllt ist. Wir kehren zu kurzer Rast ein - Karlheinz braucht seinen täglichen Capuccino - und kommen gerade rechtzeitig, um eine italienische Gruppe „La Montanara“ singen zu hören. So abgedroschen und schnulzig dieses Lied auch ist - in der sonntäglich mit Tagesgästen prall gefüllten Hütte wird es still, und auch ich höre bis zum Ende zu, bevor ich die Suche nach einer Toilette fortsetze. Die letzte Etappe dieses Tages führt um das Südende des Rotwandkammes herum, auf dessen Ostseite uns plötzlich ganz anderes Wetter empfängt: Bei aufgelockerter Bewölkung und gelegentlich durchbrechender Sonne genießen wir die Ausblicke über das Fassatal und gelangen zum Tagesziel, der Rotwandhütte (2280 m). Natürlich hat Karlheinz Zimmer mit Betten vorbestellt. Sieben Stunden waren wir unterwegs und sind doch einigermaßen erschöpft. Während ich meine geschwollenen Knie mit Mobilat massiere, macht Helmut Dehnübungen für seinen Rücken; auch für ihn ist diese Tour der erste Test seit seinen Rückenproblemen. Karlheinz reserviert derweil einen Tisch für das Abendessen. Diese „Arbeitsteilung“ wiederholt sich mehr oder weniger an den weiteren Tagen. Nach dem Essen diskutieren wir lange über den Weiterweg. Morgen haben wir die anstrengendste Etappe der Tour vor uns - hinunter ins Fassatal und wieder hinauf zur Antermoia - Hütte oder lieber durch die Larsech - Gruppe? - Wir entschließen uns zu letzterer Variante, die zwar kürzer ist, aber bei der ein steiler Anstieg zu bewältigen ist.

Fassaner Höhenweg
Am Fassaner Höhenweg
Foto:Enke

Der nächste Tag beginnt mit einem herrlichen Sonnenaufgang und wunderbaren Anblicken der sonnenbeschienenen Wände und Gipfel ringsum. Der Tagesablauf ist ab jetzt vorbestimmt: 7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abmarsch. Auf dem „Fassaner Höhenweg“ geht es zunächst abwärts und dann über Matten und durch lichten Wald zum Rif. Ciampedie (1997 m) und weiter nach kurzer Rast auf bequemem Weg durch Wald zur Gardeccia - Hütte (1950 m, Capuccino-Pause). Etwas unterhalb beginnt der „Larsec-Weg“, der zunächst flach um den Fuß der „Dirupi di Larsec“ herumführt. Dann stehen wir unter einem bedrohlich wirkenden ca. 300 m hohen Steilaufschwung, durch den aber ein bezeichneter, teilweise mit Drahtseilen versehener Weg hinauf führt. Jeder kämpft mit seinen Problemen, seien es Schmerzen, seien es konditionelle Schwierigkeiten, aber natürlich schaffen wir es zum Passo delle Scalette (2348 m). Dahinter dehnt sich die Larsec-Hochfläche, auf der wir einen geschützten Platz zu ausgiebiger Rast finden. Hier sind wir im Herzen der „bleichen Berge“; ringsum weite Kare, Wände und Kämme, alles in hellstem Kalkstein. Beim Weiterweg können wir ein Rudel Mufflons beobachten.

Noch einmal gilt es, zum Lausa-Pass bis auf 2700 m anzusteigen, wobei die deutliche Wetterverschlechterung unsere Schritte beschleunigt. Den Abstieg zur Antermoia-Hütte (2497 m), die wir zusammen mit dem gleichnamigen See schon lange unter uns liegen sehen, legen wir bei Regen zurück, durch den der abwärts geschichtete Fels unangenehm rutschig wird. Der „Stallgeruch“ der Hütte hat dem vorher so müde scheinenden Karlheinz plötzlich Flügel verliehen; am Eingang nimmt er uns in Empfang, allerdings mit der Kunde, dass wir im Massenlager nächtigen werden. Die Hütte ist rappelvoll und der Hüttenwirt hat alle Betten bereits belegt. Karlheinz kann gar nicht darüber hinwegkommen, dass seine sorgfältige Vorreservierung hier nichts genützt hat. Nach 10 Stunden Wanderung sind wir jedoch froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Der nächste Tag ist ohnehin als Ruhetag vorgesehen.

Am folgenden Morgen regnet es anhaltend; eine Diskussion darüber, welcher von den für diesen „Ruhetag“ von Karlheinz geplanten „kleinen Ausflüge“ (Kesselkogel oder Gartl) durchgeführt werden soll, erübrigt sich somit. Am Nachmittag machen wir einen kurzen Gang bis zum Ende des Antermoia-Talbodens und zum Mantel, einer kleinen Anhöhe östlich der Hütte. Die aufreißende Bewölkung gibt den Blick gelegentlich frei zum Langkofel, zur Sella und zur Marmolada. Wir treffen ein holländisches Ehepaar und kommen über unsere Vorhaben ins Gespräch. Insbesondere Gerti liebt es, andere Wanderer anzusprechen, nach ihren Plänen zu fragen und von eigenen Erfahrungen zu berichten. Manchmal scheint es mir, als wären meine Bergkameraden etwas unzufrieden darüber, dass wir nicht die Klettersteige begehen, von denen die anderen berichten. Aber letztlich bescheiden wir uns mit den weniger aufregenden Wegen, die uns trotzdem vieles von dieser grandiosen Landschaft erleben lassen.

So am nächsten Tag, der bei schönem Wetter mit dem Weg zum Antermoia-Pass beginnt, vorbei am Antermoia-See, unterhalb des Kesselkogels, in dessen Ostflanke andere Gruppen aus der Hütte aufsteigen und in dessen Gipfelregion bereits ein Hauch von Neuschnee liegt. Der gestrige Regen hat Abkühlung mit sich gebracht. Oben (2770 m) haben wir dann die Felsszenerie des Rosengartens und der Vajoletttürme unmittelbar und eindrucksvoll vor Augen, steigen hinab zur Grasleitenpass-Hütte, von der ein Helikopter gerade Müllsäcke abtransportiert, gehen weiter hinunter in das einsame Kar zwischen Antermoia- und Valbon-Kogel und bewältigen die 250 Höhenmeter im Schutt hinauf zum Molignon-Pass. Währenddessen hat es sich zugezogen; vor uns die Rosszähne und hinter uns der Kesselkogel sind von Wolken umhüllt. Wir beeilen uns, um vor dem Regen zur Tierser Alpl-Hütte zu kommen, die wir nach 4,5 Stunden Wanderung erreichen.

Am Nachmittag machen wir noch einen Gang zur Rosszahnscharte, aber die von Karlheinz in Aussicht gestellte Rundumsicht bleibt uns verwehrt: Überall dichte Wolken, und auf dem Rückweg werden wir auch noch richtig nass. Der Abend wird gemütlich; wir diskutieren nicht mehr über den Weiterweg, sondern spielen Karten. Auch diese Hütte ist gut besucht; hier übernachten auch einige Radfahrer, die die Alpen auf Rädern überqueren.

Der nächste Tag ist von Karlheinz als Genuss-Tag konzipiert, und das wird er auch. Zunächst erleben wir von einem erhöhten Punkt nahe der Hütte den Sonnenaufgang über dem Langkofel und sehen, wie die Sonne allmählich die Nebelschwaden über der Seiser Alm und dem Durontal durchstrahlt. Gemächlich wandern wir dann später in Richtung Schlern auf einem Weg, der gerade mit viel Mühe und Liebe erneuert wird. Das führt uns wieder einmal vor Augen, welchen Aufwand die Erhaltung der alpinen Wege erfordert. Wir entdecken Edelweiß. Hat man erst eine dieser an sich unscheinbaren Blüten bemerkt und schaut genau hin, stellt man fest, dass der ganze Hang voll davon ist. In der Sonne entfalten diese Blüten ihren eigentümlichen samtigen Glanz. Die höher steigende Sonne lässt die regenbenetzten Gräser und die blauen Blüten des Eisenhuts vor den dunklen Felswänden der Tschamin-Spitzen aufleuchten; wir fotografieren und können uns gar nicht satt sehen. Dort, wo sich unser Weg mit dem Maximiliansteig, einem Klettersteig über die Rosszahnkette, vereinigt, können Elke, Gerti und Helmut es nicht lassen; sie gehen diesen Weg bis zur Roterdspitze hinauf und ein kleines Stück auf den Klettersteig, während Karlheinz und ich weiter über die Schlernhochfläche Richtung Schlernhaus schlendern. Ich bemerke, dass Karlheinz liebgewordene Erinnerungen mit dieser Gegend und diesem Weg verbindet. Wir rasten lange, obwohl die Sonne schon wieder hinter ziehenden Wolken verschwunden ist, und uns auch die berühmte Fernsicht verwehrt bleibt. Trotzdem verspürt man etwas von der Faszination dieses Berges, der eigentlich keiner ist, sondern ein weites Hochplateau mit nach drei Seiten steil abfallenden Wänden. Zwar können wir an den in der Karte verzeichneten prähistorischen Fundstätten nichts Besonderes entdecken, doch kann man sich gut vorstellen, dass sich hier in vorgeschichtlicher Zeit Kultstätten befanden.

Kurz nach der Ankunft im Schlernhaus vermisst Karlheinz seinen Personalausweis; er hat ihn in der Tierser Alpl-Hütte zurückgelassen. Zum Glück gibt es dorthin eine Telefonverbindung, und man sagt ihm zu, den Ausweis zu schicken. Tatsächlich trifft er noch am selben Tage ein, ohne dass wir erfahren, wie der „Kurierdienst“ funktioniert hat.

Am Nachmittag besteigen wir den höchsten Punkt des Schlern, den Petz (2564 m) und gehen zum Burgstall an der Schlernkante. Aus der Tiefe aufsteigende Nebelschwaden erzeugen eine eigenartig düstere Stimmung

Das Schlernhaus lässt erkennen, dass die Sektion Bozen des CAI in den letzten Jahren viel Geld und Mühe in die Erhaltung und Renovierung investiert hat; ein stattlicher, burgenartiger Gebäudekomplex. Wir sind in drei geräumigen Zweibettzimmern untergebracht, die sich allerdings als überaus kalt herausstellen. Auch der pompöse, im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts erbaute Speisesaal wirkt kalt, fast ungemütlich, nachdem die zahlreichen Tagesgäste verschwunden sind.

Die Nacht wird kalt und klar. Vor der Nachtruhe gehe ich noch einmal hinaus und sehe, nein, ich erlebe einen Sternhimmel wie seit vielen Jahren nicht mehr; deutlich zieht sich die Milchstraße über den Himmel. Am nächsten Morgen herrscht bestes Wetter; im Tal liegt eine geschlossene Nebeldecke, die sich langsam auflöst. Die Aussicht auf einen schönen letzten Tag lässt die Kälte im Speisesaal rasch vergessen. Im herrlichen Sonnenschein nehmen wir Abschied vom Schlernhaus und machen uns an den langen Abstieg (1300 Höhenmeter) nach St. Zyprian im Tierser Tal. Zunächst gehen wir noch zur Kapelle St. Kassian, in der sich eine Gedenkstätte für die früh verstorbene Schlernhauswirtin Hilde Gasser befindet; meine Kameraden haben sie noch persönlich kennengelernt. Weiter unten beobachten wir Murmeltiere, die sich auf und zwischen den von ihnen zu Tage beförderten Erdhaufen die Sonne auf den Balg scheinen lassen. Immer mit herrlichen Rundblicken auf nahe und ferne Gipfel kommen wir allmählich tiefer in die Waldregion. Hinter einer sanften waldigen Senke öffnet sich plötzlich ein atemberaubender Blick in eine jäh abfallende wilde Schlucht, die „Bärenfalle“, zu beiden Seiten von senkrechten Felswänden gesäumt, und dahinter jenseits des Tierser Tales Rosengartenspitze, Laurinswand und Vajoletttürme.

Bärenfalle
Helmut über der "Bärenfalle"
Foto: Fay

Dazu posiert Helmut auf einem Felssporn in wagemutig-fotogener Haltung als Vordergrund für Fotografien. Ein gut angelegter Weg mit Treppen, Brücken und Geländern führt in die Tiefe, oft von einer Seite der Schlucht zur anderen wechselnd, landschaftlich wunderschön, aber elend lang, zu lang für meine Knie. Meine Kameraden nehmen auf meine Probleme Rücksicht und warten bis ich nachgekommen bin. Endlich, schon in Sichtweite der ersten Häuser von St. Zyprian, machen wir an einem sonnigen Hang mit schöner Aussicht ausgiebig Rast. Im Blick haben wir einen bewaldeten Bergrücken, über den wir gehen müssten, wollten wir Welschnofen zu Fuß erreichen. Das bedeutete aber nochmals einen Anstieg von 500 Höhenmetern, und so haben wir beschlossen, uns mit einem Taxi zum Nigerpass bringen zu lassen und von dort „nur“ bergab nach Welschnofen zu gehen.

Nach kurzem Weiterweg erreichen wir das Hotel Weißlahnbad. Während wir beim obligatorischen Capuccino auf das Taxi warten, beginnt es heftig zu regnen, und als wir am Nigerpass angelangt sind, schüttet es dermaßen, dass wir uns gleich ganz nach Welschnofen fahren lassen. Im Hotel Tyrol genießen wir Dusche und frische Wäsche. Das Wetter wird wieder gut, und wir bummeln, jeder für sich, durch den Ort und die nächste Umgebung, freuen uns an schmucken Häusern, herrlichen Blumengärten und den Ausblicken auf Rosengarten und Latemar. Nach dem Abendessen finden wir noch ein nettes Lokal, in dem wir eine Flasche Südtiroler Rotwein leeren, mit der ich meine Aufnahme in den Kreis der arrivierten Dolomitenwanderer begehe. Wir ziehen Bilanz und sind uns einig, dass das gute Zusammenspiel, das gegenseitige Verständnis, das vertiefte Kennenlernen neben dem Erlebnis der Bergwelt ausschlaggebend dafür waren, dass wir die Tour als gelungen betrachten. Mit einem kleinen Geschenk danken wir Karlheinz für die Organisation.

Am nächsten Tag entfernen wir uns mit Bus und Bahn Stück für Stück von Welschnofen, vom Rosengarten, von Südtirol, von den Alpen. Sitzen wir zunächst noch für uns in einem Zugabteil zusammen, so macht uns das letzte Stück Bahnfahrt im Großraumwagen mit einer unliebsamen Auseinandersetzung mit zwei wichtigtuenden Laptopbesitzern klar, dass wir endgültig wieder in der Zivilisation angekommen sind. Ein herzlicher Händedruck zum Abschied, dann verteilen wir uns auf Bus und Taxi. Wir sind zu Haus - und um einige schöne Erinnerungen reicher.

Eberhard Fay

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 2. November 2002