Hochtourengruppe

Gegenseitigkeitscup 1999

Gegenseitigkeitscup 1999

Am 12.06.99 fand, wie lange vorher angekündigt, der zweite Durchgang zur Nordwestdeutschen Meisterschaft im Sportklettern 1999 an unserer Kletterwand Güldenstraße 39 c statt. Es war der zweite Wettkampf, nach dem "SACHEN FÜR UNTERWEGS Klettercup"1998, der an unserer Kletterwand durchgeführt wurde. Das Publikumsinteresse war von Seiten Externer und auch von Seiten der Sektionsmitglieder nur unwesentlich besser als im letzten Jahr.

Es konnten aber einige Sponsoren für den Wettkampf gewonnen werden, so daß die Sektionskasse nur gering belastet wurde.

Hatte letztes Jahr SACHEN FÜR UNTERWEGS den Wettkampf allein finanziert, so kamen dieses Jahr die Gegenseitigkeitsversicherung aus Oldenburg, AMBROSIA Naturkost, Coca Cola, die Buchhandlung Graff, Heimbs Kaffee und Wyrwas Studiotechnik, mit einem großzügigen Rabatt bei der Anmietung der Musikanlage, als Sponsoren für den Wettkampf hinzu. Sehr gefreut hat mich auch die Spende von Richard Goedeke, der einige der von ihm verfaßten Bücher als Preise für die Wettkämpfer gegeben hat.

Besonders gut hat in diesem Jahr die Vorbereitung der Kletterwand für den Wettkampf geklappt. Die Klettergruppe begann am Dienstag vor dem Tag X mit dem Herausschrauben der Griffe aus der Wand, dies rief nur bei einem Kletterer Unmut hervor, der sich an diesem Tag auf den Wettkampf an der Kletterwand vorbereiten wollte und darauf bestand, daß die Wand offiziell erst ab dem Folgetag gesperrt sei. Aber, Dienstag abend ist eben Klettergruppen-Veranstaltung.

Erfreulicher ging es am Mittwoch weiter. Herr Schmidt hatte mich angesprochen, ob die Wandergruppe bei der Vorbereitung des Wettkampfes als Bodenpersonal mithelfen kann. Natürlich konnte sie. Leider fiel den Wanderern als Bodenmannschaft eine der undankbarsten Aufgaben zu, die ich zu vergeben hatte: das Reinigen der Griffe!! Mühselige Kleinarbeit mit Wasser und Bürste. Die Hochtourengruppe folgte mit weiterem Ausschrauben der Griffe und Joachim Schneider reinigte die ganze Wand von oben bis unten mit Wasser.

Am Donnerstag vor dem Tag X sah die Anlage aus als sei sie erst kurz zuvor in Betrieb genommen worden.

Am Freitag begannen die Routensetzer ihr Werk. Den ganzen Tag, bis nachts um ein Uhr, wurden von ihnen Griffe eingesetzt, Routen diskutiert, ausprobiert, markiert, Griffe wieder herausgeschraubt und in gut gehüteten Bananenkartons verpackt, so daß niemand Informationen über die Wettkampfrouten bekommen konnte.

Am Wettkampftag hatten wir dann bestes Wetter und etwas, das ich überhaupt nicht eingeplant hatte: einen Überschuß an freiwilligen Helfern aus unserer Sektion und aus der Sektion Goslar. Dies ging soweit, daß einige, die am Morgen Arbeit bekommen hatten, dies trotz vieler Angebote von Hilfe bis zum Abend - 2200 Uhr.- nicht mehr aus den Händen gaben. Es tut mir leid, daß nicht für alle, die helfen wollten, Arbeit da war. Aber nur durch die Mithilfe der Sektion konnte alles so reibungslos ablaufen.

Zum Wettkampf hatten sich sieben Frauen und achtundzwanzig Männer angemeldet -die meisten leider erst am Wettkampfmorgen-. Eine Gruppe Hannoveraner meldete sich morgens zum Wettkampfbeginn per Handy an - sie hatten einen Verkehrsunfall auf dem Messeschnellweg, bei dem niemand zu schaden kam-.

Trotz kleinerer Hindernisse konnte der Wettkampf durch Richard Goedeke, der auch am Wettkampf teilnahm, recht pünktlich eröffnet werden.

Nach je drei Vorrunden Routen qualifizierten sich alle Frauen und achtzehn Männer fürs Halbfinale. Nach einem schönen Damenhalbfinale waren Corinna Creutzfeld aus Hessisch-Lichtenau und Angie Faust aus Hannover die Favoritinnen für die ersten Plätze im Finale.

Das Herrenhalbfinale war leider viel unschöner!

Es gab einen sehr, sehr definierten Einstieg im äußerst rechten Wandteil, der vielen Kletterern zum Verhängnis wurde. Leider mußten an dieser Stelle einige Kletterer - auch Braunschweiger- wegen Regelverstößen disqualifiziert werden. Die meisten nahmen es mit einem enttäuschten Lächeln hin, andere - ein Hannoveraner und ein Braunschweiger - waren in Wort und Tat äußerst unsportlich.

Nach vielen korrekten Protesten am Herrenhalbfinale entschied sich die Jury, die Runde zu neutralisieren - als nicht stattgefunden zu erklären -, so daß alle Herren, die die Qualifikation geschafft hatten, im Finale waren. Ausnahme war der oben erwähnte Hannoveraner, der auch hier durch unentschuldigtes Fernbleiben auffiel.

Die Finalrunden waren dann aber doch durch sehr gute sportliche Leistungen bestimmt. Lange Boulderquergänge machten es den Aktiven schon am Anfang schwer. Danach war von Ihnen gefordert, diagonal durch die Dächerzonen der Wand - die Frauen von rechts, die Männer von links - zum Ausstiegsgriff zu klettern. Für die Zuschauer äußerst spannend - für die Wettkämpfer äußerst anstrengend.

Bei den Frauen lautete das Endergebnis dann:
  1. Corinna Creutzfeld ( Hessisch Lichtenau)
  2. Angie Faust ( Hannover)
  3. Solveign Senkel ( Hannover)

Beste Braunschweigerin war Petra Störig mit dem fünften Platz.

Bei den Herren gab es folgende Plazierungen

  1. Uli Renger ( Hannover )
  2. Ralf Kowalski ( Hildesheim)
  3. Rolf Witt ( Oldenburg )
Aus Braunschweiger Sicht erfolgreichster Kletterer war Holger Längner mit dem fünften Platz.

Abschießend möchte ich allen danken, die zum Gelingen UNSERES Wettkampfes beigetragen haben - Wettkämpfern, Helfern (im Vorfeld wie auch während der Veranstaltung) -.ob sie nun Arbeit hatten oder auch nicht - und Sponsoren - ohne Sie wäre es kaum zu schaffen gewesen.

Martin Supplie

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 13. August 1999