Familiengruppe

Besichtigung der Berufsfeuerwehr

Am 5. Juni kam die Familiengruppe einmal ohne Rucksäcke und Wanderstiefel zusammen. Es ging nämlich ausnahmsweise nicht "ins Grüne". Bernhard Kassel hatte schon vor Monaten vorgeschlagen, bei Gelegenheit seine "Arbeitsstätte" zu besichtigen - und alle waren gleich "Feuer und Flamme". So trafen sich 12 Kinder und 11 Mütter bzw. Väter zu einer Besichtigung der Feuerwehr, genauer gesagt der Wache der Braunschweiger Berufsfeuerwehr.

Nach einer kurzen Begrüßung wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Herren Bendrick und Marquardt, beide von der Feuerwehr, zeigten uns dann die Anlage. Unsere Besichtigung begann bei den Werkstätten. Jeder Feuerwehrmann hat vor seiner Ausbildung einen handwerklichen Beruf erlernt, daher können viele Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen selbst erledigt werden. Als nächstes kamen wir in eine Halle, in der Reserve- und Spezialfahrzeuge sowie historische Spritzen abgestellt sind. Schon dort wären die Kinder am liebsten überall herauf- und hineingeklettert. Anschließend durften wir in das Herz (oder besser den "Kopf") der Anlage, die Einsatzleitstelle. Rund um die Uhr halten hier mehrere Beamte den Kontakt zur Außenwelt und koordinieren die Einsätze. Überall stehen Monitore, Rechner und Kommunikationsanlagen, die EDV-Ausstattung ist beeindruckend. Bei der nächsten Station konnten wir dann eine seit Jahrzehnten bewährte Technik studieren: Bernhard zeigte uns, wie Feuerwehrleute bei einem Alarm von ihren Aufenthaltsräumen über Rutschstangen blitzschnell ihre Fahrzeuge erreichen. Wir selbst gingen aber erst noch in den Keller, in eine Art "Waschküche" . In einem langen Raum reinigt die Feuerwehr ihre gebrauchten Schläuche und hängt sie anschließend im Schlauchturm zum Trocknen auf. Dann betraten wir die große Fahrzeughalle. Die ausrückbereiten Einsatzfahrzeuge für vielfältige Verwendungszwecke, teilweise modernster Bauart, waren insbesondere für die Kinder vermutlich der Höhepunkt des Programms. Mit großer Geduld erklärten die Feuerwehrleute viele Einzelheiten und hoben die Kinder auch hier und da ins Führerhaus. Selbst das Blaulicht durfte ausprobiert werden, die Kinder waren begeistert. Als Abschluß gab's auf dem Hof noch eine praktische Vorführung zum Mitmachen, jeder konnte eine Handspritze selbst testen.

Vor der Wache der Berufsfeuerwehr

Wir bedankten uns bei den freundlichen Feuerwehrleuten mit einem DAV-Jahrbuch, in das der eine oder andere zwischen den Einsätzen vielleicht einmal einen Blick werfen kann. Berührungspunkte zwischen Alpenverein und Feuerwehr erklärte uns Bernhard zum Abschied: Wenn die Feuerwehr beispielsweise einen Kranführer bergen soll, der in seinem Führerstand hoch oben einen Herzinfarkt erlitten hat, dann muß sie vielleicht die gleichen Techniken anwenden, wie ein Bergsteiger in einer steilen Wand (das ist kein "Feuerwehr-Latein"!). Es gibt, in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk, sogar eine spezielle Höhenretter-Gruppe.

Bei Bernhard dürfen wir uns für die Idee und die gute Vorbereitung bedanken.

Fazit: Auch im norddeutschen Flachland kann man außergewöhnliche und spannende Unternehmungen durchführen. Waren Sie schon einmal bei der Feuerwehr?

Michael Krech

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 13. August 1999